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Norddeutschland Steinwürfe auf Autobahnen: Polizei geht nicht von Serie aus
Nachrichten Norddeutschland Steinwürfe auf Autobahnen: Polizei geht nicht von Serie aus
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16:36 16.03.2019
09.05.2018, Schleswig-Holstein, Harislee: Ermittler der Polizei stellen einen Stein neben der Autobahn A7 nach einem Unfall sicher. Quelle: Benjamin Nolte/dpa/Archivbild
Ratzeburg

Seit Jahresbeginn sind in Schleswig-Holstein mindestens sechs Mal Gegenstände von Brücken auf fahrende Autos geworfen worden. Verletzt wurde dabei niemand, es blieb bei Sachschäden an den getroffenen Autos. Dennoch handele es sich um Straftaten, sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion Ratzeburg.

Dort wurden in Februar und im März jeweils Gegenstände auf die Autobahn 24 geworfen. In beiden Fällen ermittelt die Kriminalpolizei wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Täterhinweise gibt es bislang nicht.

Auch Kiel, die B76 und weitere Autobahnen betroffen

Ebenfalls betroffen waren die Autobahn 215, die Bundesstraße 76 und der Ostring in Kiel sowie die Autobahn 23 bei Rellingen im Kreis Pinneberg. Tatorte waren immer Brücken über die vielbefahrenen Straßen, von denen Steine oder andere Gegenstände auf die Fahrbahn geworfen wurden.

Die Polizei geht davon aus, dass die Taten in keinem Zusammenhang stehen. Die Tatorte lägen im ganzen Land verstreut, eine lokale Häufung gebe es nicht, sagte ein Sprecher des Landespolizeiamtes. Die Ermittlungen würden deshalb von den jeweils zuständigen Polizeidirektionen geführt. In keinem der Fälle wurden bislang Täter ermittelt.

Sechs Jahre Jugendstrafe für zwei 19-Jährige

Aufgeklärt wurden dagegen die Steinwürfe auf die A7 und die Bundesstraße 200 aus dem Jahr 2018. Zwei 19-Jährige wurden im Februar dieses Jahres vom Landgericht Flensburg wegen versuchten Mordes zu jeweils sechs Jahren Jugendstrafe verurteilt. Sie hatten Anfang Mai 2018 einen fußballgroßen Felsbrocken von einer Brücke auf die Straße geworfen und dabei eine 58 Jahre alte Autofahrerin schwer verletzt.

Der Pressesprecher des ADAC Schleswig-Holstein, Ulf Evert, sagte, er glaube nicht, dass sich das Reiseverhalten der Menschen durch diese Taten verändert habe.

RND/dpa

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