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Norddeutschland Sternsinger-Aktion: Kinder gesucht
Nachrichten Norddeutschland Sternsinger-Aktion: Kinder gesucht
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20:12 04.01.2018
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Aachen/Hamburg

. Für viele Kirchengemeinden in Deutschland ist es schwieriger geworden, Kinder als Sternsinger zu gewinnen. In den 1980er Jahren hätten bundesweit noch 500 000 Mädchen und Jungen bei den Sternsingern mitgemacht, sagte Thomas Römer, Sprecher des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ in Aachen. In diesem Jahr seien es rund 300 000 Kinder. Die Situation hänge auch sehr von der Region ab. Das Erzbistum Hamburg, zu dem neben der Hansestadt auch Schleswig-Holstein und der Landesteil Mecklenburg gehören, hat eigenen Angaben zufolge noch keine Probleme bei der Suche.

In den nächsten Tagen werden wieder Tausende Sternsinger Spenden sammeln. Quelle: Foto: Holger Hollemann/dpa

Doch es bleibe eine Herausforderung, sagte der stellvertretende Sprecher des Erzbistums, Marco Chwalek. In diesem Jahr machen im Erzbistum Hamburg 3000 Sternsinger mit. Heute bringen Sternsinger dem Landeshaus in Kiel ihren Segen. Am Montag sind sie im Hamburger Rathaus zu Gast, am Dienstag im Landtag in Schwerin.

Wie viele mitmachen, ist in den Bundesländern sehr unterschiedlich. „Generell gibt es in Schleswig-Holstein weit mehr Sternsinger als beispielsweise in Hamburg. Es liegt sicherlich auch daran, dass es hier mehr Kirchengemeinden gibt“, erklärte Chwalek. „Ähnliches gilt für Mecklenburg.“ Die Aktion Dreikönigssingen ist nach Angaben des Kindermissionswerks eine katholische Aktion in ökumenischer Offenheit. „Wir wissen, dass auch evangelische Kinder mitmachen“, berichtete Chwalek.

Bei der bundesweiten Aktion „Dreikönigssingen“ kommen die Sternsinger jedes Jahr um Heilige Drei Könige (6. Januar) in die Häuser, singen Lieder, bitten um Spenden für Kinder in armen Ländern und schreiben mit Kreide einen Segensspruch an die Tür. Im Erzbistum Hamburg klingeln die Sternsinger kaum noch auf gut Glück an den Türen. Es werde mit Voranmeldungen und Listen gearbeitet, berichtete Chwalek.

Kindermissionswerk-Sprecher Römer sagte zum Rückgang der Teilnehmerzahlen: „Mag sein, dass digitale Angebote heute attraktiver sind, dass es vielleicht nicht mehr so hip ist, sich zu einer Sache zu bekennen, dass man lieber unverbindlicher ist.“ Es müssten kreative Wege überlegt werden, Kinder für das Sternsingen zu begeistern. Von Nachwuchssorgen will er nicht sprechen. „Die Aktion ist in ihrem 60. Jahr, und in den vergangenen Jahren haben die Kinder immer noch mehr sammeln können als in den Vorjahren.“

Träger der Aktion sind das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend. 2017 hatten die Sternsinger deutschlandweit rund 46,8 Millionen Euro gesammelt , im Erzbistum Hamburg waren es 494000 Euro.

LN

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