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Stickstoffbelastung des Wassers im Norden beunruhigt Experten

Kiel Stickstoffbelastung des Wassers im Norden beunruhigt Experten

Zu viel Stickstoff im Wasser und Ammoniak in der Luft - diese Belastungen alarmieren Wissenschaftler und Politiker. Sie sehen die intensive Tierhaltung als Verursacher. Minister Habeck fordert den Bund zum Handeln auf und kündigt ein neues Landesprogramm an.

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Besonders betroffen von den Belastungen sind Gebiete mit intensiver Tierhaltung und mit vielen Biogasanlagen. 

Quelle: dpa

Kiel. Grundwasser und Oberflächengewässer in Schleswig-Holstein leiden unter der intensiven Tierhaltung und den vielen Biogasanlagen. Die Belastungen seien absolut Besorgnis erregend, sagte Prof. Friedhelm Taube von der Universität Kiel am Montag bei der Vorstellung des ersten Nährstoffberichts für das Land. „Wir sehen seit mehr als zehn Jahren keine Verringerung bei der Belastung der Gewässer mit Nitrat und der Luft mit Ammoniak.“ Der Stickstoffüberschuss sei weit höher als erlaubt.

„Der Handlungsbedarf ist groß und dringend“, sagte Landwirtschafts- und Umweltminister Robert Habeck (Grüne). „Wir müssen die Einträge von Stickstoff dringend reduzieren, um das Trinkwasser künftiger Generationen zu schützen.“ Besonders betroffen von den Belastungen sind Gebiete mit intensiver Tierhaltung und mit vielen Biogasanlagen. Dies trifft am stärksten auf den Norden des Landes zu.

Schleswig-Holstein gehört wie Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Teile Bayerns zu den Regionen mit besonders intensiver Tierhaltung und großen Stickstoffüberschüssen. Im nördlichsten Bundesland beträgt der Überschuss mindestens eine Million Tonnen Gülle und Gärreste. Das könnte in Landesteile mit viel geringeren Belastungen gebracht werden, aber dies geschieht nicht. Da die Zahl der Milchkühe im Norden von 2009 bis 2013 noch einmal um 35 000 auf 400 000 stieg, nahm der Gülle-Anfall noch weiter zu.

Viele Betriebe bekämen den Umgang mit organischem Dünger nicht in den Griff, sagte Taube. Mehr als zwei Drittel folgten nicht der sogenannten guten fachlichen Praxis. Sanktionen gegen sie sind derzeit nicht möglich. „Wir haben ein massives regionales Problem“, resümierte Taube.

Der Intensivierung der Tierhaltung seien aus Sicht des Gewässerschutzes Grenzen gesetzt, erklärte Habeck. Einen Wachstumsstopp für Milcherzeuger lehnte er dennoch ab. Zwar müsste man eigentlich sagen, in Nordfriesland sollten keine weiteren Kühe angeschafft werden, aber dies sei unter derzeitigen Bedingungen reine Theorie: „Ab morgen Verbot von Wachstum auszusprechen, würde die Betriebe in den Ruin führen“.“

Habeck forderte den Bund auf, die Vorgaben zu verschärfen. „Deutschland verfehlt die Ziele des Gewässerschutzes und kommt mit der Düngeverordnung nicht in die Puschen.“ Deutschland sei weit entfernt davon, die gesetzlichen Vorgaben der EU einzuhalten. Dänemark, wo das Problem noch deutlich größer war, hat die Belastungen in den letzten Jahren beträchtlich gesenkt - aber nicht freiwillig.

„In Dänemark wurde rigoros durchgegriffen, weil die EU den Druck erhöht hat“, sagte Habeck. „Und Deutschland läuft sehenden Auges in diese Falle rein.“ Wenn die EU Deutschland zu härteren Maßnahmen verpflichte, werde dies von heute auf morgen geschehen. Dann gebe es keine Übergangsmöglichkeiten. Die EU-Kommission habe schon ein Vertragsverletzungsverfahren wegen mangelnder Umsetzung der Nitratrichtlinie eingeleitet.

Habeck kündigte ein neues Förderprogramm für Landwirte im Volumen von einer Million Euro im Jahr an, um die Umstellung auf boden- und gewässerschonende Düngetechniken zu unterstützen. Während der Bund hinterherhinke, habe Schleswig-Holstein den Gewässerschutz angepackt und viel auf den Weg gebracht. So habe das Land Wasserschutzgebiete ausgewiesen, den Grünlandumbruch verboten, Dünge-Sperrfristen verlängert, eine Meldepflicht für Wirtschaftsdünger eingeführt und eine Nährstoffbörse etabliert.

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