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Norddeutschland Streit um Digitalfunk geht weiter
Nachrichten Norddeutschland Streit um Digitalfunk geht weiter
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23:12 26.09.2016
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Lübeck/Kiel

Polizisten im Funkloch, Server-Abstürze in der Leitstelle, Notrufe in der Warteschleife: In Lübeck hapert es seit Einführung des Digitalfunks bei der Kommunikation der Einsatzkräfte und zwischen Beamten und Bürgern. Wie schlimm die Ausfälle wirklich sind, darüber ist jetzt aber ein heftiger Streit ausgebrochen – und das ausgerechnet zwischen den beiden Polizeigewerkschaften.

„Es kommen immer weniger Beschwerden über die Funkversorgung“, sagte Jörn Löwenstrom, Regionalchef der Gewerkschaft der Polizei GdP am Wochenende den LN. So sei zum Beispiel in der Altstadt ein Sendemast nachgerüstet worden. Dort wo der Digitalfunk nicht in Gebäude hineinreicht, könnten die Kollegen mithilfe von Gateway-Geräten im Streifenwagen die Verbindung herstellen – die Gebäude seien bereits auf einer Liste verzeichnet –, die Beamten wüssten dann sogar schon genau, wie sie die Fahrzeuge dazu dort am besten parken.

„Unsinn“, sagt Thomas Nommensen, Regionalchef der Deutschen Polizeigewerkschaft DPolG, dazu. Die Kolleginnen und Kollegen hätten vor Ort ganz andere Sorgen, als sich über derlei Dinge den Kopf zu zerbrechen. „Tatsache ist, dass die Qualität des polizeilichen Digitalfunks keineswegs signifikant besser geworden ist.“ Die lobende Einlassung des GdP-Chefs zum Digitalfunk sei „sehr verwunderlich“.

Im Unterschied zu Löwenstrom kenne er selber als Mitarbeiter der Regionalleitstelle Lübeck die Probleme aus erster Hand, sagt Nommensen. Funklöcher sowie dadurch verursachte Gesprächsabbrüche während laufender Funksprüche seien weiterhin ebenso an der Tagesordnung wie starke Lautstärkeschwankungen. In einigen Gebäuden wie Einkaufszentren, Firmen, Discotheken und Hochhäusern existiere weiterhin gar keine Funkanbindung. Die Unzufriedenheit vieler Kolleginnen und Kollegen, die auf den Streifenwagen und in der Leitstelle damit arbeiten müssten, „ist weiterhin groß“. Von einem Zustand, mit dem man zufrieden sein kann, sei die Landespolizei beim Digitalfunk daher noch „deutlich entfernt“.

Für Löwenstrom ist diese Darstellung übertrieben. Es gebe Probleme auf der Leitstelle. Aber an denen werde gearbeitet. Und: Der Digitalfunk funktioniere besser als der analoge Funk, den es früher gab. Das hätten ihm auch die GdP-Fachleute aus der Leitstelle bestätigt. Die DPolG als von der Mitgliederzahl her etwas kleinere Gewerkschaft wolle offenbar einen reinen Anti-Kurs fahren. Nommensen wirft im Gegenzug Löwenstrom und der GdP Schönfärberei vor: Es sei schon „sehr problematisch und nicht zielführend, wenn eine Berufsvertretung sich in Unkenntnis der Tatsachen allzu unkritisch bei vorhandenen Missständen öffentlich äußert“. Die Erkenntnis, dass „immer weniger Beschwerden über die Funkversorgung“ kommen würden, sei aus Sicht der DPolG jedenfalls „nicht nachvollziehbar“.

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LN

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