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Norddeutschland Streit um Umwelt-Siegel für Nordseekrabben
Nachrichten Norddeutschland Streit um Umwelt-Siegel für Nordseekrabben
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20:10 30.08.2017
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Husum/Cuxhaven

Umweltschützer fordern von Krabbenfischern mehr Anstrengungen für den Naturschutz, bevor ihr Fang im Supermarkt mit dem MSC-Siegel für nachhaltige Fischerei ausgezeichnet wird. Die Umweltstiftung WWF hält den Krabbenfang weiterhin nicht für umweltverträglich.

Deshalb legte sie Einspruch gegen die empfohlene Zertifizierung mit dem Siegel ein. Die Krabbenfischer hätten zwar erfreulicherweise Verbesserungen eingeleitet, sagte ein WWF-Sprecher gestern.

Teilweise werde jedoch weiter im Nationalpark Wattenmeer und in anderen Meeresschutzgebieten gefischt. Die Fischer wollen dort jedoch nicht auf Fanggebiete verzichten: „Wir geben keinen Quadratmeter davon ab“, sagte Geschäftsführer Dirk Sander von der Erzeugergemeinschaft der Deutschen Krabbenfischer. Nach jahrelangen Anstrengungen hatten Krabbenfischer aus Deutschland, Dänemark und den Niederlanden im Juli mit der Gutachterempfehlung eine erste Hürde für das MSC-Siegel genommen. Es gilt als einziges weltweit anerkanntes Zertifikat für nachhaltig gefangenen Wildfisch. Verbraucher sollen damit erkennen, dass der Fisch aus gesunden Beständen stammt, der mit umweltfreundlichen und schonenden Methoden befischt wird. Bisher waren nationale Anerkennungsversuche in den Niederlanden und Deutschland erfolglos verlaufen.

Die Fischer wollen das mehrmonatige Einspruchsverfahren mit neuen Prüfungen nun zunächst abwarten und mit den Naturschützern im Gespräch bleiben. Der WWF begrüßte zwar die Absicht der Krabbenfischer, sich einer ökologischen Zertifizierung zu stellen. Der Einspruch von WWF, Nabu und der Schutzstation Wattenmeer richte sich auch nicht gegen die regionale Fischerei an sich, sagte Hans-Ulrich Rösner vom WWF. „Krabbenfischerei an unserer Küste muss eine Zukunft haben.“ Die Verbesserungsmaßnahmen reichten aber bei weitem nicht aus. Für den Schutz des Ökosystems werde kaum etwas erreicht.

LN

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