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Norddeutschland Stress mit Halloween-Chaoten: Siedlung fordert Polizeischutz
Nachrichten Norddeutschland Stress mit Halloween-Chaoten: Siedlung fordert Polizeischutz
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21:19 27.10.2013
Lübecker starteten nach Ärger mit randalierenden Jugendlichen eine Unterschriftenaktion. Quelle: LN
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Lübeck

Weil die Streiche zu Halloween in den letzten Jahren immer weiter ausgeartet sind, setzt sich jetzt die erste Siedlung in Schleswig-Holstein zur Wehr: Die Bewohner des Neubaugebiets Aueblick im Lübecker Stadtteil Moisling haben eine Unterschriften-Aktion gestartet und die Liste samt Petition bei der Polizei eingereicht. Die Siedler hoffen auf Schutz durch die Beamten am 31.Oktober.

Sachbeschädigung, Beleidigungen, aggressives Verhalten, körperliche Übergriffe: Die Liste der Tätlichkeiten von Halloween-Chaoten, die durch die Siedlung ziehen, ist in den letzten Jahren lang geworden. Zuletzt zog 2012 eine Bande mit rund 15 Jugendlichen durch die Straßen und bewarf etliche Häuser mit rohen Eiern. Eine Handgreiflichkeit aus einer Halloween- Nacht landete im vergangenen Jahr sogar vor Gericht. „Zuletzt ist es einfach zu viel und zu schlimm geworden“, sagt Thomas Gärtner (Name geändert), Initiator der Petition. Bis zu 500 Menschen aus dem ganzen Stadtteil würden sich an einem Halloween-Abend mittlerweile durch die 76-Häuser-Siedlung drängen. Die wenigsten davon seien verkleidete Kinder, die einen Spruch aufsagen. „Gegen die richtet sich unsere Aktion auch gar nicht“, stellt Gärtner klar. „Aber gegen die, die Halloween nur als Anlass nehmen, Ärger zu machen.“

Über 40 Unterschriften sammelte Gärtner in der Siedlung ein. Mit der Liste und einer Petition wurde er im Behördenhochhaus vorstellig. „In dem Schreiben haben wir unsere Situation am Halloween- Abend verdeutlicht und haben um Polizeipräsenz gebeten“, erklärt Gärtner, der auf Beamte in Zivil oder in Uniform hofft, die im Aueblick am 31. Oktober für Sicherheit sorgen.

Große Hoffnung können sich die Siedler aber nicht machen. Zwar werden an Halloween mehr Streifen in der Hansestadt im Einsatz sein als sonst, dass Polizisten extra für eine Siedlung abgestellt werden, wird es aber nicht geben: „Das können wir personell nicht leisten. Auch wenn es ein Ärgernis ist, dass das Fest teilweise ausartet“, sagt Lübecks Polizeisprecher Stefan Muhtz. „Wir versuchen überall präsent zu sein, appellieren aber auch an die Vernunft der Jugendlichen“, so Muhtz weiter.

Halloween hat sich in Schleswig-Holstein in den letzten Jahren zu einem Stresstest für die Polizei entwickelt: Im Vorjahr verzeichneten die Beamten landesweit 13 Sachbeschädigungen und 18 Einsätze wegen randalierender Kinder und Jugendlicher. Zudem rückten die Beamten zu mehreren Handgreiflichkeiten aus. In Lübeck (zwölf Halloween-Einsätze 2012) wurde dabei ein Busfahrer von Jugendlichen durch die offene Tür mit rohen Eiern beworfen und zog sich eine Platzwunde zu.

Jan Wulf

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