Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Stromkabel NordLink wird jetzt auf See verlegt
Nachrichten Norddeutschland Stromkabel NordLink wird jetzt auf See verlegt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:15 01.08.2017
Anzeige
Hamburg/Oslo

Das geplante Stromkabel zwischen Norwegen und Deutschland ist einen wichtigen Schritt vorangekommen. Im südnorwegischen Vollesfjord hat gestern die Verlegung des Seekabels auf dem Meeresboden begonnen, teilte der Projektpartner Tennet mit. „Die Arbeiten liegen voll im Plan“, sagte Lex Hartman, Mitglied der Geschäftsführung des Übertragungsnetzbetreibers.

Von 2020 an sollen über das Kabel die Strommärkte Norwegens und Deutschlands verbunden werden. Je nach Marktlage fließt norwegischer Strom aus Wasserkraft nach Deutschland oder deutscher Windstrom in die umgekehrte Richtung. Das Kabel hat eine Kapazität von 1400 Megawatt, das entspricht einem großen Atomkraftwerk. „Mit NordLink verbinden wir zwei sich optimal ergänzende Systeme zum Austausch von erneuerbaren Energien“, sagte Hartman. Die Verbindung fördere die Integration des nordwesteuropäischen Energiemarktes, steigere die Markteffizienz und trage zur Stabilisierung der Energiepreise bei.

Die Gleichstrom-Verbindung ist 623 Kilometer lang, davon 516 Kilometer Seekabel. Auf deutscher Seite wird das Seekabel bei Büsum an der schleswig-holsteinischen Westküste anlanden. Von dort führt ein 54 Kilometer langes Erdkabel zur Konverterstation Wilster, wo der Gleichstrom wieder in Drehstrom umgewandelt und in das Stromnetz eingespeist wird. „Auch auf deutscher Seite ziehen wir bereits die Leerrohre für das Kabel unter dem Deich ein“, sagte Hartman. Im nächsten Sommer soll die Seekabelverlegung durch das Wattenmeer und die deutsche Nordsee beginnen. Die Kabelenden aus Deutschland und Norwegen werden auf hoher See miteinander verbunden. Das Seekabel wiegt bis zu 70 Kilogramm je Meter und wird vom Kabelverlegeschiff „Nexans Skagerrak“ verlegt. Ihm folgt das Offshore-Schiff „Polar King“, das das Kabel bis zu zwei Meter tief in den Meeresboden eingräbt.

Ein ähnliches Stromkabel existiert seit rund acht Jahren zwischen Norwegen und den Niederlanden – aber nur mit einer halb so großen Kapazität.

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Am Ostseekai in Kiel soll ein neues Terminal gebaut werden.

01.08.2017

AOK veröffentlicht Statistik für den Norden.

01.08.2017

Berufungsprozess startete gestern vor dem Landgericht Lüneburg.

01.08.2017
Anzeige