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Norddeutschland Studie: Angst vor Kriminalität im Norden leicht gestiegen
Nachrichten Norddeutschland Studie: Angst vor Kriminalität im Norden leicht gestiegen
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22:36 15.01.2018
Jeder fünfte Bürger befürchtet einen Wohnungseinbruch. Quelle: Symbolbild/Silas/dpa
Kiel

Dass „ich geschlagen und verletzt werde“ fürchten demnach jetzt 6,2 Prozent der Befragten, 2015 waren es nur 4,9 Prozent. Mit sexueller Bedrängung rechnen 4,7 statt 3,1 Prozent. Die Quote derjenigen, die angeben, im Dunkeln aus Vorsicht Fremden auszuweichen, ist hingegen von 32,3 auf 27,5 Prozent gesunken. Beruhigend sei ganz generell, dass der leichte Anstieg der Furcht nicht von den echten Deliktzahlen gedeckt sei, sagt Grote. Die würden weiter sinken.

Er habe den leichten Anstieg wegen der Dauerpräsenz von Sicherheitsthemen in den Medien auch erwartet, sagt Lars Riesner, der die Studie als Kriminalpsychologe des LKA betreute. Dass jetzt 26,4 statt 21,4 Prozent der Bürger ihre Wohnung mit Riegeln oder Alarmanlagen vor Einbrechern sichern, bewertet er dabei positiv. Das sei vor allem auf die Aufklärungskampagnen und Fördermittel des Landes zurückzuführen. Grote betonte: Dass jeder fünfte Bürger einen Wohnungseinbruch befürchte, sei Ansporn, weiter einen besonderen Schwerpunkt auf die Bekämpfung von Diebesbanden zu legen.

Nur 30 Prozent aller Straftaten seien der Polizei angezeigt worden, hat die Befragung ergeben. Mit der Studie wolle man mehr über die übrigen 70 Prozent erfahren, heißt es. So wisse man jetzt, dass etwa ein Drittel der Befragten im Jahr 2016 Opfer einer Straftat geworden sei, von Diebstählen und Internet-Betrügereien sowie Sachbeschädigung vor allem. Diesen Wert hatte auch die Studie 2015 ergeben. Während von den 21- bis 34-Jährigen 48,3 Prozent Opfer wurden, waren es bei den über 80-Jährigen nur 16 Prozent. Bei Männern liegt die Quote bei 37, bei Frauen bei 30,1 Prozent. Ihre Quote ist aber bei Sexualdelikten und Körperverletzungen durch Partner und Ex-Partner höher.

Angst vor Flüchtlingen treibt nur einen geringen Teil der Bevölkerung um. 81 Prozent gaben an, überhaupt nicht viele Flüchtlinge wahrzunehmen. Nur 9,7 Prozent fühlen sich durch sie eher und 2,5 Prozent sehr bedroht. 75,2 Prozent fühlen sich durch Flüchtlinge bereichert. Bei jungen Leuten liegen alle Werte etwas höher. „Junge Leute haben durch ihr Freizeitverhalten mehr Kontaktmöglichkeiten zu Flüchtlingen“, sagt Riesner.

Die Polizei genießt in der Bevölkerung derweil hohes Ansehen. 90,9 Prozent sagen zum Beispiel, sie setze Gewalt nur ein, wenn es gerechtfertigt sei. 82,1 Prozent halten die Arbeit der Polizei in der Verbrechensbekämpfung für gut.

Von Wolfram Hammer

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