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Norddeutschland Studie: Rinder meiden Jakobskreuzkraut
Nachrichten Norddeutschland Studie: Rinder meiden Jakobskreuzkraut
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22:34 15.06.2016
Bald blüht es wieder: das Jakobskreuzkraut. Quelle: Stiftung Naturschutz
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Molfsee

Gute Nachrichten für Verbraucher und Rinderhalter in Schleswig-Holstein: Bei der Untersuchung von Schlachttieren wurden weder in Leber noch im Fleisch der Rinder Giftstoffe des Jakobskreuzkrauts (JKK) gefunden. Entwarnung gibt die Stiftung Naturschutz in Molfsee auch für Ziegen und Schafe. Für Pferde besteht indes ein gewisses Risiko, ebenso bei der Fütterung mit Heu- und Silage.

Im Mai 2015 verendeten zwei Rinder auf einer Naturschutzfläche der Stiftung in Ostholstein. Eine Fläche, auf der sich das Jakobskreuzkraut ausgebreitet hatte. Die Pflanze enthält selbst kein Gift.

Wird sie aber von Rindern oder Menschen aufgenommen, können sich beim Stoffwechsel Giftstoffe bilden, die Pyrrolizidin-Alkaloide (PA). Diese gelten als krebserregend, frucht- und erbgutschädigend.

Zwar hatten die Untersuchungen der verendeten Rinder keinen Hinweis darauf gegeben, dass das Jakobskreuzkraut den Tod verursacht hatte. Dennoch standen die extensive Haltung und die Naturschutzflächen in der Kritik. Die Untersuchungen, finanziert vom Umweltministerium, sollten deshalb das Risiko für Mensch und Tier klären.

Gerd Kämmer vom Verein Bunde Wischen stellte die Schlachttiere dafür zur Verfügung. „Natürlich war auch ich beunruhigt und wollte wissen, welche Gefahr vom Jakobskreuzkraut ausgeht. Die Tatsachen müssen auf den Tisch“, meint der Landwirt. Untersucht wurden 26 Galloways im Alter von zwei bis sieben Jahren, die ganzjährig draußen leben – zwölf Tiere auf Naturschutzflächen mit massenhaftem JKK-Vorkommen und 14 Tiere von JKK-freien Weiden. Das Blut, aber auch Leber, Muskelfleisch und Fettgewebe wurden an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel und der Tierärztlichen Hochschule in Hannover analysiert.

Das Ergebnis ist eindeutig. „Wir haben weder in der Leber noch im Fleisch JKK-Giftstoffe gefunden. Das belegt klar, dass die Tiere kein JKK gefressen haben“, erklärt Agnes Fiedler, Veterinärin an der Kieler Universität und gibt Entwarnung: Kein Risiko für den Menschen, der das Rindfleisch verzehrt, oder für die Tiere selbst. Die Rinder meiden offensichtlich das JKK, das bitter schmeckt, und weichen auf andere Nahrung aus. Die Älteren in der Herde geben dieses Verhalten an die Jungtiere weiter.

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