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Studie zeigt: Deutsche haben schlaflose Nächte

Lübeck Studie zeigt: Deutsche haben schlaflose Nächte

Laut einer Forsa-Umfrage schlafen 53 Prozent der Befragten schlecht, 25 Prozent schlafen weniger als sieben Stunden. Der Stressabbau wird schwieriger, sagen Mediziner.

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Quelle: fotolia

Lübeck. Im Durchschnitt werden die Deutschen 80 Jahre alt. Davon verbringen sie knapp 24 Jahre mit Schlafen. Annette Wulff ist 49 Jahre alt und schläft nachts eigentlich ganz gut, „doch wenn ich Stress habe, ist das etwas anderes“, sagt die Lübeckerin. Dass der Schlaf für viele oft keineswegs Entspannung bedeutet, hat jetzt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Krankenkasse Knappschaft ergeben. 53 Prozent der mehr als 1500 Befragten ab 18 Jahren erleben ihren Schlaf als nicht erholsam. Und 25 Prozent schlafen weniger als die empfohlenen sieben Stunden. Wer dauerhaft zu schlecht oder wenig schläft, muss mit gesundheitlichen Folgen rechnen. „Schlaf ist wichtig für die Gesundheit. Wir brauchen den Schlaf, um uns zu erholen“, sagt Professor Dr. med. Klaus Junghanns, Oberarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie und Leiter der schlafmedizinischen Station des UKSH Lübeck.

Der Schlaf sorgt dafür, dass man emotional ausgeglichen ist und neue Eindrücke im Gehirn verarbeitet werden, so Junghanns. Chronischer Schlafmangel führe unter anderem zu Bluthochdruck und Depressionen. Zwei Drittel der Befragten geben an, dass Sorgen und Gedanken sie am Schlaf hindern. Auch der gebürtige Finne Joni Erkkilä wacht oft sehr früh am Morgen auf und kann nicht mehr einschlafen. „Ich denke darüber nach, was am Tag so passiert“, erzählt der 45-Jährige. Auch besondere Ereignisse, Lärm und Stress sorgen laut Studie für unruhige Nächte. Schlechter schlafen können laut Junghanns vor allem ältere Menschen. „Mit zunehmendem Alter kann man schlechter mit Stress umgehen“, sagt der Schlafmediziner.

Nicht zuletzt liegen die Ursachen an der digitalisierten Gesellschaft, die längst in die Schlafzimmer vorgedrungen ist. Denn unregelmäßige Arbeitszeiten und steigender beruflicher Druck haben Einfluss auf die Schlafqualität. „Die Tage sind immer mehr durchgetaktet. Wir können gar nicht mehr runterkommen. Und das führt zu Schlafproblemen. Wir müssen aber entspannen, um Stress abzubauen. Das ist immer schwieriger zu schaffen“, erklärt Junghanns. Manfred Tuschke aus Stockelsdorf hat Glück: Er kann gut schlafen – auch dank seiner neuen Matratze. „Wenn ich müde bin, dann schlafe ich“, sagt der 54-Jährige. Tuschke findet, dass man Stress nicht mit ins Schlafzimmer nehmen sollte.

Schlafstörungen sind oftmals mit Tagesmüdigkeit verbunden, erläutert Junghanns. Die Umfrage zeigt, dass 53 Prozent der Befragten sich morgens gerädert fühlen. Die Mediziner unterscheiden mehrere Gruppen der Schlafstörungen, die größte Gruppe der Schlafgestörten sind die Insomniker. Sie haben Probleme mit dem Ein- oder Durchschlafen. Rund jeder zehnte Deutsche benötigt mehr als 30 Minuten zum Einschlafen oder länger. Auch Judith Pfeilschmidt (29) braucht lange, um endgültig die Augen zu schließen. Zwar schläft ihre eineinhalbjährige Tochter bei ihr im Bett. Ihr Kind sei aber nicht der Grund für ihre Schlafprobleme. „Ich bin abends innerlich angespannt“, erklärt die Lübeckerin. In der Forsa-Umfrage lesen 26 Prozent der Befragten ein Buch, wenn sie nicht einschlafen können. 23 Prozent schauen Fernsehen oder stehen auf und machen etwas anderes.

Um Schlafstörungen vorzubeugen, rät Professor Klaus Junghanns zu abendlichen Spaziergängen und Sport. „Man sollte viel Zeit an der frischen Luft verbringen, denn Licht ist ein wichtiger Steuerfaktor fürs Gehirn“, sagt Junghanns. Außerdem sollten Schlafgestörte am Abend ins Bett gehen, wenn sie müde sind und morgens zu festen Zeiten aufstehen. „Es ist fehlerhaft zu sagen, dass man Schlaf nachholen muss“, sagt Junghanns.

Beke Zill

Am 27. März beginnt die Sommerzeit

1980 wurde erstmals an der Uhr gedreht und von der Winterzeit auf Sommerzeit umgestellt.
2016 werden die Uhren in der Nacht zum 27. März von 2 auf 3 Uhr umgestellt. Die Sommerzeit endet in diesem Jahr am 30. Oktober.
Einer Studie der DAK zufolge klagten von 1001 Befragten drei Viertel nach der Zeitumstellung über Müdigkeit, 62 Prozent über Einschlaf störungen. Schlafmediziner Professor Klaus Junghanns aus Lübeck kann nicht erkennen, dass die Zeitumstellung besonders sinnvoll ist.
Eigentlich wurde die Sommerzeit eingeführt, um durch die längere Nutzung des Tageslichts am Abend Strom zu sparen. Laut Erkenntnissen des Bundesumweltamtes ist der Energieverbrauch aber an sich sogar höher, weil morgens mehr geheizt wird.

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