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Norddeutschland Studt: Bürger müssen sich selbst vor Einbrechern schützen
Nachrichten Norddeutschland Studt: Bürger müssen sich selbst vor Einbrechern schützen
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21:12 06.04.2016

8456 Wohnungseinbrüche wurden im vergangenen Jahr in Schleswig-Holstein angezeigt — das waren 12,3 Prozent mehr als 2014. Versicherer wollen deshalb die Beiträge zur Hausratversicherung erhöhen. Für die Provinzial Nord, Marktführer bei Wohngebäude-Versicherungen im Norden, kommt das momentan noch nicht in Frage — obwohl auch sie im vergangenen Jahr mehr Meldungen von Einbruchdiebstahl-Schäden verzeichnete. „Plus vier Prozent gegenüber 2014“, sagt Sprecher Heiko Wischer. Eine Erhöhung der Prämien ziehe das aber nicht nach sich. „Wir halten den Hausrattarif für unsere Kunden in diesem Jahr weiterhin stabil.“

Innenminister Stefan Studt (SPD) fordert die Bürger dazu auf, sich besser vor Einbrechern zu schützen. „Das Problem ist, dass viele denken, bei ihnen gebe es nichts zu holen“, sagt Jens Weerts von der Zentralstelle Polizeiliche Prävention beim Landespolizeiamt in Kiel. „Aber das weiß der Täter ja nicht.“ Der Polizeihauptkommissar empfiehlt als ersten Schritt mehrere Verhaltensregeln, die nicht einmal etwas kosteten. Wer sein Haus oder seine Wohnung verlasse, sollte immer die Türen und Fenster verschließen. Zudem sollten draußen keine Schlüssel versteckt werden, rät er. „Potenzielle Einbrecher haben schon so viel gesehen. Die wissen, wo sie suchen müssen.“

Wer seinen Schlüssel verliere, sollte in jedem Fall den Schließzylinder austauschen. Auch sollten die Menschen auf Fremde in ihrer Straße, ihrer Wohnanlage oder ihrem Hausflur achten und sie einfach mal freundlich ansprechen. „Das reißt den potenziellen Täter aus der Anonymität heraus“, sagt er. Ganz wichtig sei es auch, niemals Hinweise auf seine eigene Abwesenheit zu geben. Das könne zum Beispiel durch einen überquellenden Briefkasten, drei Wochen heruntergelassene Jalousien, eine Sprachansage auf dem Anrufbeantworter oder ein Urlaubsfoto auf Facebook passieren.

Abgesehen davon rät die Polizei, auf mechanische Sicherungen zu setzen. Für einen guten Schutz sollten geprüfte einbruchhemmende Fenster und Türen nach DIN EN 1627 mindestens der Widerstandsklasse

2 ausgewählt werden. „Damit kann man dem Täter das rauben, was er nicht hat: Zeit“, erklärt Jens Weerts. Nach fünf Minuten gebe der Täter statistisch gesehen auf und gehe weiter zum Nachbarn.

Deshalb erinnere der Einbruchschutz auch ein bisschen an Wettrüsten, sagt er. „Solange ich mehr Schutz habe als mein Nachbar, bin ich besser dran.“

Von jd

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