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Norddeutschland Sturm verzögert Bergung der Pottwale
Nachrichten Norddeutschland Sturm verzögert Bergung der Pottwale
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09:20 03.02.2016
Tote Kolosse im Watt — so sah es am Montag aus. Gestern waren die Tiere fast vollständig vom Wasser bedeckt. Quelle: dpa
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Kaiser-Wilhelm-Koog

Die Bergung der acht im Wattenmeer vor Dithmarschen entdeckten Pottwalkadaver zieht sich hin. Sie könnten frühestens heute geborgen werden, sagte der Leiter der Nationalparkverwaltung in Tönning, Detlef Hansen. Es ist der größte je in Schleswig- Holstein gemachte Fund von Pottwalen, wie Hendrik Brunckhorst vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) sagte.

Wegen des starken Westwinds laufe das Wasser nicht wie sonst ab, sagte Hansen. „Deswegen kommen wir mit den landgängigen Fahrzeugen nicht dorthin.“ Heute soll sich die Wetterlage beruhigen, und die Experten wollen erneut über einen Bergungsversuch der neun bis zwölf Meter langen Jungbullen beraten. Ein Spaziergänger auf Kaiser-Wilhelm- Koog hatte die Meeressäuger am Sonntagabend zwei Kilometer vor dem Deich entdeckt. Ursprünglich wollten Experten bereits gestern erste Wale mit zwei Raupen und einem Bagger an der Schwanzflosse durchs Watt an Land ziehen. Auch die wegen des Elfenbeins wertvollen Unterkiefer der Tiere sollten herausgetrennt und geborgen werden, doch das Wasser stand teils mehr als zwei Meter höher als sonst. Es bedeckte die Kadaver fast vollständig. Für Bergungsschiffe ist das Wasser rund um den Fundort der tonnenschweren Riesen zu flach. „Alles steht Stand-by — und alles hängt vom Wetter ab“, sagte Hansen. Zu dem Fund der Kadaver und der Riesenaufgabe für die Helfer sagte Hansen vom Nationalpark Wattenmeer: „Allein die schiere Anzahl und Masse stellt uns vor große Herausforderungen.“ Nach der Bergung sollen sie im Hafen von Meldorf zerlegt werden. Rund 20 Mitarbeiter von LKN, Nationalpark und der tierärztlichen Hochschule Hannover waren gestern im Einsatz.

Im Januar waren bereits mindestens 16 Pottwale an den Küsten der Nordsee entdeckt worden. Die Behörden vermuten, dass noch mehr Wale angeschwemmt werden könnten. Auch das Havariekommando suchte per Flugzeug die schleswig-holsteinische Küste ab.

LN

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