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Norddeutschland Sturmflutwarnung: Kräftiger Nordost-Wind drückt auf Ostsee-Strände
Nachrichten Norddeutschland Sturmflutwarnung: Kräftiger Nordost-Wind drückt auf Ostsee-Strände
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21:21 05.10.2016
Quelle: Kilian Haller
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Scharbeutz/Greifswald

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie hat am Mittwoch für die Ostseeküste eine Sturmflutwarnung herausgegeben. Der starke Nordostwind drückt das Wasser in die Lübecker Bucht und Wellen sind teils meterhoch in der Brandung.

Nach den Prognosen werden Wasserstände von bis zu 1,10 Meter über dem mittleren Wasserstand erwartet.

Hochwasser am Abend an der Obertrave und in Travemünde möglich

Am Montagabend stieg der Pegel bereits auf gute 80 Zentimeter über den mittleren Stand. Laut der aktuellen Prognose des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrografie kann der Pegel am Dienstag die Überschwemmungsgrenze erreichen.

Gegen 20 Uhr könnte der Pegel um 1,10 Meter über dem durchschnittlichen Wasserstand steigen. Damit kann es zu leichten Überschwemmungen der Obertrave und der Travepromenade in Travemünde kommen.

In Scharbeutz ist der Strand schon überspült. Quelle: Danfoto

In Greifswald ist am Mittwoch erstmals das neue Sperrwerk geschlossen worden. Das Küstenschutzbauwerk an der Flussmündung des Rycks, das Ende April nach fünf Jahren Bauzeit in Betrieb genommen worden war, soll die Stadt vor Überflutungen schützen. Damit erlebe das Sperrwerk seine erste Bewährungsprobe, sagte der Leiter des Staatlichen Amts für Landwirtschaft und Umwelt, Matthias Wolters. 

Eine Sturmflutwarnung ist die niedrigste von vier Warnstufen, zu denen auch Warnungen vor einer mittleren, schweren und sehr schweren Sturmflut gehören. An den Ostküsten von Usedom und Rügen drückt das Wasser auf die Strände. Urlauber genossen das Naturschauspiel und stemmten sich bei einem Spaziergang gegen den Wind. Strandkorbvermieter brachten die letzten Körbe der Saison in Sicherheit. 

Kiter nutzen in Scharbeutz den Wind. Quelle: Danfoto

Der Wetterdienst Meteomedia auf der Insel Hiddensee spricht von einem „Starkwind mit Sturmböen“. Der Höhepunkt mit vereinzelten Sturmspitzen der Stärke 10 könnte am Abend erreicht werden, wie Meteorologe Stefan Kreibohm sagte. Ursache für den kräftigen Wind sind das Hoch „Peter“ über Skandinavien und das Tief „Zofia“, das sich vom Schwarzen Meer Richtung Norden bewegt. An der Grenze zwischen dem Hoch und dem Tief entstehe der kräftige Wind. Er werde voraussichtlich im Laufe des Donnerstags langsam an Kraft verlieren.

In Zinnowitz auf der Insel Usedom reichte das Wasser am Mittwoch bis wenige Meter vor dem Deichfuß.  „Der Sturm hat uns ziemlich überrascht“, sagte Standkorbvermieterin Sigrid Luschnitz. Bereits am Dienstag waren die ersten Körbe vom Strand geräumt worden, am Mittwoch sollten nun die letzten folgen. Auch im Nachbarort Trassenheide brachten Strandkorbvermieter die Körbe ins Winterlager. „Wir hatten zwar noch Anfragen für den Oktober. Aber bei solch einem Wetter will man nichts riskieren“, sagte Sigrid Meyer aus Trassenheide.

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