Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Run auf Elektro- und City-Bikes
Nachrichten Norddeutschland Run auf Elektro- und City-Bikes
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:27 29.08.2018
Caroline (10) holt ihr neues Fahrrad ab. Achim Geller-Brünjes (46) von Zweirad-Wöltjen guckt, ob alles passt. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Lübeck

Die Fahrradbranche jubelt: Der lange, sonnige Sommer hat für einen guten Absatz gesorgt. Im ersten Halbjahr stieg er um 6 Prozent auf 2,8 Millionen, erklärte der Zweirad-Industrie-Verband in Bad Soden. Auch in Lübeck und Umgebung freuen sich die Händler.

„Die Leute sind bei dem tollen Wetter weniger in den Urlaub gefahren, sie haben stattdessen die Räder rausgeholt oder sich gleich neue gekauft“, hat Bastian Schröder (41) von „Drahtesel“ in Bad Schwartau festgestellt. Ein regelrechter Boom, der noch anhalte, sagt der Zweirad-Experte.

Im Trend sei vor allem das Familien-Fahrrad, samt Zubehör wie Kinderanhänger und Kindersitz. „Damit alle zusammen auf dem Rad mobil sind.“ Sportliche Tourenräder seien in der Saison am gefragtesten gewesen. „Neben Elektro-Fahrrädern.“ Doch auch Rennräder seien wieder im Kommen, glaubt Schröder. Deshalb will er sein Sortiment in absehbarer Zeit erweitern.

Der aktuelle Look: Schlicht und edel

Auch Carolin Demann (41) und ihr Mann Michael (48) aus Stockelsdorf haben sich im Frühling neue, sportliche Tourenräder zugelegt. „Wir machen alles mit dem Rad, was geht“, sagt sie. „Da ist man im Großraum Lübeck doch schneller als mit dem Auto“, findet er. Jeweils rund 800 Euro haben sie sich ihre neuen Drahtesel kosten lassen. Sehr schnell seien die Räder mit der Mehrgang-Kettenschaltung – und robust. „Fährt sich super“, findet sie. „Und mir gefiel das Aussehen.“

Radfahrer sagen, warum sie sich ihr Modell ausgesucht haben, Händler, welches sie empfehlen.

Den Trend zum flotten Touren-Bike ohne viele Schnörkel kann auch Achim Geller-Brünjes (46), Inhaber von Zweirad-Wöltjen in Lübeck, bestätigen. „Schlicht und edel“ müssten die Räder aussehen, gefragt sei auch der Retro-Look. Die beliebtesten Farben: „Alles zwischen Türkis und Petrol“. Er zeigt ein „Bulls“-Rad mit 20 Gängen für 999 Euro. „Und hier haben wir ein Gravel-Bike für knappe 700 Euro, das ist eine Mischung aus Rennrad und Trekking-Rad, am ehesten für die Stadt geeignet.“

Caroline (10) holt gerade ihr neues Fahrrad ab. Ein klassisches Pegasus-Rad mit Sieben-Gang-Nabenschaltung. „Das durfte ich mir aussuchen, weil mein altes Fahrrad mir viel zu klein geworden ist.“ An dem neuen Rad gefalle ihr, dass Sattel und Lenker sich sehr gemütlich anfühlen. Ein Rennrad brauche sie nicht. „Ich fahre meistens nicht so schnell.“

Langes Warten auf das bestellte E-Bike

Geller-Brünjes nickt ihr freundlich zu. Die Nachfrage sei den ganzen Sommer über sehr gut gewesen, sagt er. „Schon im Juni hatten wir die Zahlen vom letzten Jahr erreicht.“ Am besten aber würden sich E-Bikes verkaufen. „Da kam es im Sommer sogar zu Liefer-Engpässen mit zwei Monaten Wartezeit oder mehr für bestimmte Marken.“

Klio Paarmann-Sülberg (32), Geschäftsführerin des MTB-Market in Lübeck, bestätigt, dass der Absatz ständig ansteige. „Weil das Umweltbewusstsein wächst, weil man im Stadtverkehr so besser durchkommt, es gesünder ist und auch viele Firmen ihre Mitarbeiter bei der Anschaffung unterstützen.“

Besonders bestimmte E-Bike-Marken seien gefragt, erklärt MTB-Mitarbeiter Tim Meyenborg (25). So der eher im oberen Preissegment anzusiedelnde Hersteller Riese & Müller. Er zeigt ein „Supercharger“-Modell für knapp 5200 Euro. „Das hat zwei 1000-Watt-Akkus. Damit kann man fast 300 Kilometer am Stück fahren.“ Das Akku unterstütze die Pedalkraft bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern. Klio Paarmann-Sülberg führt das praktische „Packster 40“-Rad mit Zehn-Gang.-Kettenschaltung vor, ein Lasten-E-Bike. „Damit kann man auch schwerere Dinge transportieren – oder sein Kind.“ Denn E-Bikes seien längst nicht nur für Senioren interessant, versichert Meyenborg. „Auch die Jüngeren fahren darauf ab.“

Marcus Stöcklin

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In den Justizvollzugsanstalten fehlt Personal. Das 2016 modernisierte Vollzugsgesetz habe die Aufgaben für die Bediensteten noch mal ausgeweitet, sagt die FDP – und will das Gesetz jetzt zurückdrehen.

29.08.2018

Etwa zehn ausgebrochen Rinder haben am Mittwochmorgen kurzzeitig den Verkehr an der Autobahn 7 zwischen Bordesholm und Neumünster-Nord zum Stocken gebracht. Die hinzugezogene Polizei und der Landwirt mussten die Tiere wieder einfangen.

29.08.2018
Norddeutschland Fischer in MV schlagen Alarm - Dem Aal geht’s schlecht

Die Bestände des beliebten Speisefischs sind dramatisch eingebrochen. Experten rätseln über Ursachen.

29.08.2018