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Norddeutschland Surfen im Unterricht soll überall möglich werden
Nachrichten Norddeutschland Surfen im Unterricht soll überall möglich werden
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21:15 12.10.2016
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Lübeck

Tabletklassen und Laptop-Führerschein, interaktive Whiteboards statt Tafel und Kreide: Die digitale Revolution hat auch in schleswig-holsteinischen Klassenzimmern begonnen. Höchste Zeit, denn noch hinkt das Land im Bundesvergleich hinterher. Durch die gestern vorgestellten Pläne von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU), digitale Klassenzimmer bis 2021 mit fünf Milliarden Euro zu fördern, erhoffen sich die Schulen neuen Aufwind.

Im Lübecker Katharineum ist das Internet-Zeitalter bereits angebrochen. Das Gymnasium ist bereits flächendeckend mit WLan ausgestattet, in jedem Klassenzimmer kann gesurft werden. „Wir haben auch keine festen Computerräume mehr“, betont Schulleiter Thomas Schmittinger. Stattdessen würden die Schulcomputer auf kleinen Wagen in die Unterrichtsräume gefahren. „Wir haben so die Möglichkeit, die Geräte dort zu nutzen, wo wir sie gerade brauchen.“ Wichtiger als die passende Hardware seien jedoch die methodisch-didaktische Einbettung und der sinnvolle Umgang der neuen Technik, erklärt Schmittinger. Deswegen können die Schüler am Katharineum ihr „Webitur“ ablegen.

Mittlerweile ist in Schleswig-Holstein ein Netzwerk von 20 Modellschulen entstanden, das vom Land gefördert wird. Eine der Modellschulen ist die Lübecker Paul- Klee-Grundschule. Erst in der vergangenen Woche hatte die Kieler Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) die Schule besucht. Nutzte die Schule vorher noch gebrauchte und gespendete Computer, konnten mit dem Geld vom Land nun 26 Laptops angeschafft werden.

„Wir haben schon viele Schulen auf einen guten Weg gebracht“, erklärt der Lübecker Schulrat Helge Daugs. Der Digital-Pakt zwischen Bund und Ländern sei „total zu begrüßen. Aber es gibt noch drängendere Fragen, etwa die Sanierung von Schulen“.

Auch die Lehrergewerkschaft GEW äußert bei aller Zustimmung Bedenken am Berliner Förderprogramm. „Die schönsten Tablets nützen nichts, wenn es an der Schule durchregnet“, sagt Bernd Schauer, Landesgeschäftsführer der GEW. Auch Folgekosten der Digitalisierungsoffensive müssten bedacht werden. Dazu zählt Schauer die Fortbildung von Lehrern genauso wie die Anstellung von Technikern, die entsprechende Programme an den Schulen installieren. „Das kann nicht Aufgabe von Pädagogen werden.“

Möglich gemacht werde der Digital-Deal durch den Artikel 91c des Grundgesetzes, sagt Wanka mit Blick auf das Kooperationsverbot von Bund und Ländern im Schulbereich. Der Passus ermögliche die Zusammenarbeit im Bereich Informationstechnik. Eine Grundgesetzänderung sei also nicht notwendig.

Bildungsministerin Ernst begrüßt den Berliner Vorstoß: „Ich freue mich über jede Initiative in diese Richtung.“ Kritik an der Situation im Land kommt von der Opposition. „Die Albig-Regierung redet viel über Digitalisierung. Außer ein paar Projektschulen ist in der Realität aber noch nichts angekommen“, sagt Heike Franzen (CDU). Sie sei deshalb froh, dass die Bundesbildungsministerin „mehr Verständnis für die heutigen Notwendigkeiten an Schulen hat“.

jad

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