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Norddeutschland Synode will Frauen gezielt fördern
Nachrichten Norddeutschland Synode will Frauen gezielt fördern
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21:16 21.09.2013

Die Synode der Nordkirche hat ehrgeizige Ziele vorgegeben: Bis 2018 jedes Jahr eine Themensynode und mehr Frauen in kirchlichen Leitungspositionen. Kirche muss in Sachen Gleichberechtigung Vorbild sein, meinen die Synodalen.

Künftig sollen Frauen mit Förderprogrammen gezielt auf kirchliche Leitungspositionen vorbereitet werden, heißt es in einem Gesetz zur Geschlechtergerechtigkeit, das die Synodalen gestern in zweiter Lesung beschlossen. Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf müsse die Kirche künftig stärker in den Blick nehmen, sagte Synodenpräses Andreas Tietze.

Das Gesetz regelt unter anderem, dass bei Bewerbungen künftig Familienzeiten in den Biografien von Frauen und Männern als Qualifikationskriterium anerkannt werden. Außerdem soll bei gleicher Eignung derjenige Bewerber eingestellt werden, dessen Geschlecht in dem betreffenden Arbeitsbereich unterrepräsentiert ist. „Ich persönlich hätte auch kein Problem mit einer Frauenquote gehabt, aber das war natürlich in einer männlich dominierten Synode nicht durchzusetzen“, sagte Tietze.

Zu Beginn ihrer Tagung hatten die 156 Synodalen, die 2,3 Millionen evangelische Christen von Sylt bis Usedom repräsentieren, am Donnerstag über Themenschwerpunkte ihrer Arbeit bis 2018 diskutiert.

Dabei hätten sich die Themen „Schöpfung“, „Gerechtigkeit“ und „Frieden“ herauskristallisiert, sagte der Organisator dieses Prozesses, Redlef Neubert-Stegemann. Neben jährlichen Themensynoden soll es künftig auch Studientage für die Synodalen zu einzelnen Themenkomplexen geben. „Außerdem soll die Synode Expertengutachten in Auftrag geben können“, sagte Tietze.

Zum Abschluss verabschiedete das Gremium eine Erklärung zum 75. Jahrestag der Nazi-Pogrome. Darin bekundet die Landessynode ihre Scham darüber, „dass auch die ehemaligen Landeskirchen im Bereich der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland zur Ausgrenzung, Diskriminierung, Vertreibung und schließlich Ermordung ihrer jüdischen Mitbürger weithin geschwiegen haben, dass sie die Gewalt teilweise sogar billigten und sich durch eigene rassistische Rechtssetzung schuldig machten.“ Bereits am Freitag hatte die Synode eine Erklärung verabschiedet, in der sie eine neue europäische Flüchtlingspolitik fordert.

LN

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