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Tablet-PCs im Streifenwagen

Kiel Tablet-PCs im Streifenwagen

Schleswig-Holstein plant Pilotprojekt – Bessere Ausstattung gefordert.

Kiel. Schleswig-Holstein will in einem Pilotprojekt den Einsatz von Tablet-Computern in Streifenwagen testen. „Die Nutzung mobiler Informationstechnik birgt aber Risiken hinsichtlich ihrer Verfügbarkeit“, sagte Innenminister Stefan Studt (SPD) im Landtag. Die Geräte der Polizisten müssten aber auch bei „Schietwetter“ funktionieren. An Start, Umfang und Kosten des Projekts arbeitet sein Ministerium aber noch.

Nach dem Willen der FDP sollte in jedem der mehr als 1000 Streifenwagen im Land künftig ein Tablet liegen. „Der Zugriff auf den Polizeiserver ist damit von überall möglich“, sagte der Innenpolitiker Ekkehard Klug. Beamte könnten bereits vor Ort Informationen über Personen, begangene Delikte oder auch Vermisstenfälle abfragen. „Es liegt auf der Hand, dass dadurch viel Zeit gespart werden kann.“

Der Norden sei bei der mobilen Informationstechnik aber „bislang ja Entwicklungsland“. Die geringe Zahl an Tablets sei schlicht „eine hinterwäldlerische Situation“.

Der Piraten-Abgeordnete Wolfgang Dudda forderte, „das, was in der normalen Arbeitswelt als sinnvoll erachtet wird, kann der Polizei nicht vorenthalten werden“. Die Beschaffung koste 600000 Euro.

Der CDU-Innenpolitiker Axel Bernstein kritisierte, die wenigen bereits vorhandenen Geräte würden unterwegs lediglich als Navi-Ersatz genutzt. „Da ist Handlungsbedarf.“

Sein Grünen-Kollege Burkhard Peters räumte Nachholbedarf ein: „Bislang nutzen unsere Beamte zum Teil private Geräte, um beispielsweise über Suchmaschinen an Informationen zu kommen. Das ist natürlich suboptimal.“ Klar sei aber, dass bei einem Einsatz von mobilen Computern Datenschutz und Sicherheit vor Hackerangriffen gewährt sein müssen.

Die CDU fordert unterdessen weiter eine bessere Ausstattung der Sicherheitsbehörden im Land. Die Wahrscheinlichkeit sei einfach relativ hoch, dass in einem Terrorfall Schutzpolizisten als erste vor Ort seien, sagte Bernstein. Notwendig seien entsprechende Schutzanzüge, Waffen und Spezialfahrzeuge für die Polizei.

Die Koalitionsfraktionen wiesen die Vorwürfe zurück. Die Regierung habe bereits viel für die Ausstattung der Polizei getan, sagte Simone Lange (SPD).

LN

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