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Norddeutschland Tash als Landesgesellschaft?
Nachrichten Norddeutschland Tash als Landesgesellschaft?
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20:17 25.02.2016
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Kiel

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) will die Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (Tash) in den nächsten Monaten zur Landesgesellschaft umwandeln. Nach Angaben einer Sprecherin ermitteln Fachleute derzeit, wie hoch die Anteile der zwölf verbliebenen öffentlichen und privaten Gesellschafter zu bewerten sind. Auf dieser Grundlage wolle man den Akteuren ein Angebot machen und setze auf Freiwilligkeit. „Alle bisherigen Gesellschafter haben ihren grundsätzlichen Verkaufswillen bekundet.“

Wichtigster Grund für die Umstrukturierung ist eine Änderung im EU-Vergabe- und Beihilferecht: Öffentliche Zuwendungen gegenüber einer touristischen Organisation mit privaten Akteuren könnte Brüssel als unzulässig bewerten, weil die Beihilfen unter Umständen den freien Wettbewerb verfälschen. Mit der Umwandlung stelle man Rechtssicherheit her, heißt es aus Kiel.

Der Minister räumte ein, dass eine vollständige Übernahme der Tash nie sein Wunsch gewesen sei und er ursprünglich die Industrie- und Handelskammern als öffentlich-rechtliche Körperschaften mit im Boot haben wollte. Demnach strebt er für das Land Anteile zwischen 50 und 100 Prozent an. „Tourismus ist eine gemeinsame Aufgabe“, betonte Meyer. „Wir brauchen die regionalen Player und die Akteure vor Ort.“ Er wolle eine Entwicklung vermeiden, in der die Landesgesellschaft allein das Geschäft bestimmt, während sich die anderen Akteure auf eine Zuschauerrolle beschränkt sehen.

Schleswig-Holstein will bis 2025 die Zahl seiner Übernachtungen auf 30 Millionen pro Jahr steigern (Stand 2013: 24,8 Millionen). Unter den Gesellschaftern gibt es auf breiter Front Zustimmung.

Durchgängig kritisch bewerten die Partner allerdings vage Pläne, wonach die Tash perspektivisch für die komplette Steuerung zuständig sein soll und quasi direkt in die Urlaubsorte hineinregiert. Die regionale Ebene von Nordsee, Ostsee, Städten, dem Herzogtum Lauenburg und dem Binnenland würde wegfallen. „Es ist ein Trugschluss, dass das funktionieren könnte“, sagte Frank Ketter vom Nordsee-Tourismus.

ch

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