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Norddeutschland Tausende in Hamburg bei Großdemo gegen TTIP und Ceta
Nachrichten Norddeutschland Tausende in Hamburg bei Großdemo gegen TTIP und Ceta
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19:48 17.09.2016
Zu Beginn der Kundgebung versammelten sich nach Polizeiangaben etwa 6000 Demonstranten auf dem Rathausmarkt. Quelle: dpa
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Hamburg

Zehntausende Menschen haben am Samstag in Hamburg gegen die geplanten Freihandelsabkommen TTIP und Ceta protestiert. Die Polizei sprach zwischenzeitlich in der Spitze von etwa 30 000 Teilnehmern. Nach Angaben der Veranstalter haben sich bei mildem Spätsommerwetter und Sonnenschein rund 65 000 Demonstranten in Hamburg an den Protesten gegen die Freihandelsabkommen beteiligt.

Zu Beginn der Kundgebung auf dem Rathausmarkt hatte die Polizei die Zahl der Demonstranten noch mit 10 000 angegeben. Später, als sich der Zug in Bewegung setzte, schwoll die Teilnehmerzahl dann rapide an. Bei der Abschlusskundgebung ebenfalls auf dem Rathausmarkt zählte die Polizei dann wieder 14 000 Demonstranten. „Wir haben viel Erfahrung und keinen Grund, Teilnehmerzahlen nach oben oder unten zu manipulieren“, sagte ein Polizeisprecher.

Angeführt von rund einem Dutzend Traktoren, die für den Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft fuhren, zogen die Demonstranten in einem mehreren Kilometer langen Zug in einer Ringroute vom Rathausmarkt durch die Innenstadt. Sie riefen „TTIP weg, weg mit dem Dreck“ und andere Parolen.

Aufgerufen zu der Demonstration hatten rund 30 Organisationen, die durch die geplanten Abkommen den Abbau von Sozial- und Umweltstandards fürchten sowie den Abbau rechtsstaatlicher Prinzipien. Bei den Kundgebungen zum Beginn und Ende der Demonstration betonten die Sprecher den ihrer Ansicht nach demokratiefeindlichen Charakter der Abkommen, die eine Gefahr für ganz Europa darstellten.

Besondere Aufmerksamkeit fand in den Ansprachen die SPD, die am Montag bei ihrem Parteikonvent in Wolfsburg über das Ceta-Abkommen abstimmen will. Ceta ist innerhalb der SPD umstritten; Parteichef und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel setzt sich für die Ratifizierung des Abkommens ein. „Die SPD kann Ceta und TTIP am Montag verhindern“, sagte ein Sprecher von Greenpeace. „Sie sollte es tun.“

Unter den Organisatoren waren das globalisierungskritische Bündnis Attac, die Umweltorganisation BUND, Greenpeace, der DGB und die Einzelgewerkschaften Verdi und GEW sowie kirchennahe Gruppen. Unterstützt wurde der Protest von den Linken und den Grünen. An der Demonstration beteiligten sich vereinzelt auch Gruppen der IG Metall, die nicht zur Teilnahme aufgerufen hatten, sowie Linksgruppen wie DKP, SDAJ und MLPD.

Aufgrund der Kundgebung kam es rings um die Neustadt zu massiven Verkehrsbeeinträchtigungen, wie ein Polizeisprecher sagte.

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