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Norddeutschland Teure Schule: Eltern zahlen im Jahr 1000 Euro pro Kind
Nachrichten Norddeutschland Teure Schule: Eltern zahlen im Jahr 1000 Euro pro Kind
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20:11 11.10.2016
Quelle: dpa
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Kiel

Das geht aus einer Studie des Leibniz-Instituts in Kiel hervor, die das Ministerium für Schule und Berufsbildung in Auftrag gegeben hat. Am Freitag stellt die Landesregierung die Ergebnisse dem Landtag vor.
Der Deutsche Kinderschutzbund kritisiert die Kosten und fordert eine vollständige Entlastung der Eltern. „Es besteht dringender Handlungsbedarf“, sagt Ingo Loeding, der stellvertretende Landesvorsitzende. Denn die hohen Ausgaben förderten das Entstehen einer Zwei Klassen-Gesellschaft. „Es gibt Eltern, die das alles locker zahlen können, und andere, für die es beispielsweise schon ein Problem ist, den Tuschkasten für den Kunstunterricht zu kaufen.“ Diese Chancenungleichheit in der Schule sei nicht mehr hinnehmbar.
Bedürftige Familien hätten zwar einen Anspruch auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes, diese sähen zurzeit aber nur einen Betrag von 70 Euro für das erste Halbjahr und 30 Euro für das zweite Halbjahr vor. „Die Summe ist bereits aufgebraucht, wenn das Kind neue Turnschuhe für den Sportunterricht braucht“, sagt Bernd Schauer, Landesgeschäftsführer der Lehrergewerkschaft GEW.
Loeding schätzt, dass etwa ein Drittel der Schulkinder in Schleswig-Holstein unter der Situation leidet – zumal die Kosten immer höher würden. „Der Druck auf die jungen Menschen ist enorm. Viele trauen sich gar nicht mehr, zu Hause zu erzählen, dass sie etwas für die Schule brauchen“, sagt er. „Denn sie wissen, welche Schwierigkeiten das in der Familie verursacht.“ Die Eltern müssten dann an anderer Stelle sparen – meist in existenziellen Bereichen wie bei gesunder Ernährung und ordentlicher Kleidung.
Loeding schlägt deshalb vor, eine Zahlungshöchstgrenze von 100 Euro für alle Eltern einzuführen – so viel, wie einkommensschwache Familien an Unterstützung bekommen. Helfen würde es seiner Ansicht nach auch, wenn die Schulträger wieder mehr Kosten übernähmen. Laut der Studie liegen deren jährliche Ausgaben bei 50 bis 100 Euro pro Kind und damit deutlich unter der Summe, die Eltern zahlen müssen. Die Politiker im Norden sehen unterschiedlichen Handlungsbedarf. Die FDP etwa fordert eine Anhebung des Bildungs- und Teilhabepaket-Satzes, die Grünen wollen zunächst am Runden Tisch über Lösungsvorschläge diskutieren.

Von Janina Dietrich

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