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Teures Heim für seltene Tiere: Streit um den Naturschutz

Kiel Teures Heim für seltene Tiere: Streit um den Naturschutz

Ob die Maßnahmen die Populationen wachsen lassen, ist umstritten — FDP hält Investitionen angesichts leerer Kassen für nicht vermittelbar — Aktuelles Beispiel: der Goldene Scheckenfalter.

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Verzögert den A-20-Weiterbau: der geschützte Seeadler.

Kiel. Keine vier Zentimeter ist der Goldene Scheckenfalter groß, doch der Kieler Landesregierung ist er lieb und teuer. Über 1,2 Millionen Euro Steuergeld hat sie über die landeseigene „Stiftung Naturschutz“ in den letzten Jahren schon in Wiederansiedlungsprojekte gesteckt. Ob die Erfolg haben, darüber herrscht in Kiel allerdings weitestgehend Rätselraten.

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Ob die Maßnahmen die Populationen wachsen lassen, ist umstritten — FDP hält Investitionen angesichts leerer Kassen für nicht vermittelbar — Aktuelles Beispiel: der Goldene Scheckenfalter.

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Das projektbegleitende Monitoring habe „eine erfolgreiche Reproduktion in den Gebieten mit Wiederansiedlung nachgewiesen“, heißt es in der Antwort des Umweltministeriums von Grünen-Minister Robert Habeck auf eine Anfrage der FDP nur lapidar — 60 Falter will man bei Itzehoe gezählt haben, 30 Falter auf Reesholm. Angeblich seien das dort geschlüpfte Tiere. Echte Norddeutsche quasi. Allerdings:

Von der Stiftung selber wurden in den Schutzgebieten im Land zuvor auch 1000 Falter und 40000 Raupen ausgesetzt. Ob die Reproduktionsrate wirklich ausreicht, um die Tiere dauerhaft wieder im Norden anzusiedeln, bleibt offen. Da der Goldene Scheckenfalter nur eine Generation pro Jahr habe, würden aussagekräftige Angaben zur Entwicklung der Population ohnehin erst nach mehreren Jahren repräsentativ, heißt es am Ende der Antwort entschuldigend.

Dabei werden Ergebnisse dringend erwartet. Denn die „Stiftung Naturschutz“ hat sich mit dem Projekt selbst unter Naturliebhabern bislang wenig Freunde gemacht. Ende 2012 ließ sie im nordfriesischen Langenhorn eigens einen gesunden 18-Hektar-Nadelwald niederlegen und mit Stumpf und Stiel ausreißen. Man wollte die alte Heidefläche von vor 70 Jahren wieder herstellen. Die nämlich brauche der Scheckenfalter für seine Fortpflanzung. Alleine für diese Rodung, Kritiker sprachen von Natur-Verwüstung, wurden mehrere Hunderttausend Euro fällig.

„In Zeiten, in denen sich die Landesregierung kaum mehr bemüht, unsere Schulen, Universitäten und Straßen vor dem Verfall zu schützen, wirken Projekte wie das mehrere Millionen Euro schwere Scheckenfalter-Projekt wie grüne Weltverbesserungsträumereien“, sagt der FDP-Umweltpolitiker Oliver Kumbartzky. Es sei den Bürgern schon seinerzeit kaum vermittelbar gewesen, dass eine Waldfläche von mehr als 20 Fußballfeldern „plattgemacht wurde, nur weil es sich um Bäume mit Migrationshintergrund — amerikanische Sitka-Fichten und japanische Lärchen — handelte“. Da jetzt auch noch ein extrem großes Missverhältnis von Aufwand und Ertrag herrsche, werde dem öffentlichen Bild des Naturschutzes damit „leider nachhaltiger Schaden zugefügt“. „Da stimmt die Verhältnismäßigkeit nicht mehr“, sagt auch der CDU- Landtags-Verkehrspolitiker Hans-Jörn Arp. Der Schutz der Kreatur werde im Vergleich zum Schutz von Arbeitsplätzen übergewichtet.

In der Tat haben auch anderswo umstrittene Schutzprojekte hohe Kosten verursacht. In Lübeck verzögerte vor mehr als zehn Jahren die „Bauchige Windelschnecke“ den Ausbau des kombinierten Verkehrsterminals im Hafen um Jahre. Nachdem Ausweichquartiere für über 660000 Euro errichtet worden waren, stellte sich heraus, dass die Schnecke im Land gar nicht so selten und schützenswert ist. Bei Bad Segeberg stoppte ein Gericht des Fledermausschutzes wegen die A-20-Bauarbeiten. Mittlerweile stellte sich heraus, dass die geplante Trasse die Tiere nicht so stark gefährdet wie zunächst erwartet worden war. Bei Hohenfelde verzögert zudem ein verlassener Seeadlerhorst den Bau der A 20 um mindestens weitere zwei Jahre.

Von Wolfram Hammer

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