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Norddeutschland Thilo malt die Drei Könige
Nachrichten Norddeutschland Thilo malt die Drei Könige
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21:05 23.12.2017
Kinder malen Weihnachtsbilder:  Thilo Steffek (9) aus Bad Oldesloe.   Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Bad Oldesloe

Zum Schluss noch eine Prise Salz auf die Aquarellfarbe – und fertig ist der Sternenhimmel. Thilo Steffeks Weihnachtsbild von den Heiligen Drei Königen hat die diesjährige Jury begeistert. Der Neunjährige hat auf kräftige Farben und ausgefallene Technik gesetzt. 

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 Thilo Steffek sitzt in seinem Zimmer, greift in einen großen roten Karton und holt ein Bild hervor. „Das habe ich vor ganz vielen Jahren gemalt“, sagt er lachend. Das Bild zeigt vor allem Striche. In ihrer Anordnung sollen sie ein Fußballfeld darstellen. Erkennen kann man das schon. Gerade so. „Da konnte ich noch keine Menschen malen“, sagt Thilo.
Das hat sich geändert. Mittlerweile malt Thilo Steffek Menschen mit Leichtigkeit, egal ob sitzend, stehend oder in Bewegung. Dazu braucht es Übung – und Thilo übt. Fast jeden Tag. „Nach der Schule setze ich mich hin und male etwas“, sagt er. Irgendetwas. „Manchmal Dinge, die ich gesehen habe und mir gefallen, sonst einfach aus der Fantasie.“
So ähnlich war es auch mit dem Weihnachtsbild für den Malwettbewerb. „Wir hatten die Weihnachtsgeschichte in der Schule“, erzählt Thilo. Das Aussehen seiner Heiligen Drei Könige habe er sich aber selbst ausgedacht. Genau wie den goldenen Strahlenkranz am unteren Bildrand. „Das ist das Jesuskind in der Krippe, das ihnen entgegenstrahlt“, erklärt Thilo. „Zuerst wollte ich auch das Kind malen, aber dazu war nicht genug Platz.“ Dafür hat Thilo umso mehr Mühe in die Könige gesteckt. Das hat auch die Jury bemerkt: „Man sieht deutlich, dass eine Mischtechnik angewandt wurde“, sagt Kunsthändler Frank-Thomas Gaulin. Der Hintergrund sei mit Aquarellfarben gemalt, darauf dann das Gold. „Das Gold passt in so ein Weihnachtsbild einfach perfekt“, ergänzt Jurorin Jutta Junge von den Lübecker Museen.
Beeindruckt ist die Jury aber vor allem von den fortgeschrittenen Fähigkeiten, die Thilos Bild offenbart: „Die deutlichen Unterschiede in der Physiognomie der Gesichter ist bemerkenswert“, sagt Gaulin.
Sein künstlerisches Talent und der häufige Griff zu Stift und Pinsel haben Thilo bereits mehrere Preise bei Malwettbewerben in der Region eingebracht. Beim letzten LN-Malwettbewerb ist er mit einem schwer arbeitenden Rentier auch schon unter die ersten Sechs gekommen. „An einem Wettbewerb reizt mich vor allem die Aufgabe“, sagt Thilo. „Mir ein Motiv auszudenken und daran zu arbeiten, bis es mir gefällt.“
Bis Thilo mit seinen Heiligen Drei Königen zufrieden war, mussten allerdings viele Stunden ins Land ziehen. Genauer: etwa drei pro Abend an insgesamt drei Tagen. „Vorgezeichnet habe ich mit Bleistift, die Konturen mit Tinte nachgezogen und mit Aquarellfarbe ausgemalt“, erklärt Thilo. Dazwischen musste er dem Bild Zeit zum Trocknen geben. Nur das Salz musste er gleich auf die feuchte Farbe streuen. Warum eigentlich? „Weil etwas mit der Farbe passiert und ein Muster entsteht, das wie Sterne aussieht“, erklärt Thilo. Ganz zum Schluss hat er noch den Goldstift angesetzt: „Einer der Könige oder Sterndeuter hat ja auch Gold dabei gehabt“, sagt Thilo.  

Von Luisa Jacobsen

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