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Norddeutschland Tierschützer warnt vor Hundekauf aus dem Kofferraum
Nachrichten Norddeutschland Tierschützer warnt vor Hundekauf aus dem Kofferraum
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21:25 22.12.2015
Die viel zu jungen, geschwächten und kranken Tiere sollten offenbar an Weihnachtsmarkt-Besucher oder im Internet verkauft werden.  Quelle: Archiv
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Itzehoe

Immer noch empört und wütend ist Holger Sauerzweig-Strey, Vorsitzender des Landesverbandes Schleswig-Holstein des Deutschen Tierschutzbundes, über die vor wenigen Tagen an der deutsch-österreichischen Grenze entdeckten 217 Hundewelpen. Die viel zu jungen, geschwächten und kranken Tiere sollten offenbar an Weihnachtsmarkt-Besucher oder im Internet verkauft werden. „Aber die sind doch so süß“, meinen Kinder, wenn sie tapsigen kleinen Hunde erblicken. Aber das ist die Masche der illegalen Hundehändler, die oft aus Osteuropa stammen und dort unter schlimmsten Bedingungen Welpen am Fließband „produzieren“ lassen. Hündinnen werden dabei als Gebärmaschinen missbraucht. Von artgerechter Haltung kann dabei keine Rede sein. Das miese Geschäft der Welpen-Mafia blüht gerade in der Zeit vor den Festtagen, erklärte Sauerzweig-Strey.

Er warnte vor „Spontankäufen“ von Welpen, aber auch von anderen Tieren. Tiere gehören nicht unter den Weihnachtsbaum, und kaufen aus dem Kofferraum heraus gehe gar nicht, sagte der erfahrene Tierschützer. Illegaler Welpenhandel sei Tierquälerei, kriminell und müsse konsequent verfolgt und bestraft werden. Dass die Ordnungs- und Veterinärämter auf Weihnachtsmärkten, Flohmärkten und anderswo kontrollierten, hält er für wichtig. „Aber am wirksamsten ist es, auf den Kauf von Tieren jedweder Art von dubiosen Händlern und im Internet völlig zu verzichten.“ Wer sich wirklich einen Hund anschaffen wolle, sollte zu einem anerkannten Züchter oder in ein Tierheim gehen und sich beraten lassen, welcher Hund überhaupt zu ihm und der Familie passe. Ein Tier bedarf einer ausreichenden Versorgung und ist eine langfristige Anschaffung. Tierarztkosten und Futtermittel dürften nicht unterschätzt werden.

Beim Hundekauf müsse auf die ausreichende Impfung, die im EU-Impfpass nachgewiesen werden muss, auf die Chip-Kennzeichnung sowie auf einen Kaufvertrag mit Name und Anschrift des Züchters geachtet werden. Bei illegalen Händlern, die die Tiere zu Schnäppchenpreisen anböten, gebe es dies freilich nicht. Seriöse Züchter zeigten dagegen gerne die Mutter der Welpen und informierten über die Haltung der Tiere. In den Tierheimen landeten nach den Feiertagen nicht selten die „Fehlkäufe“, Tiere, die die Besitzer nicht mehr wollten. Um gegen die international agierende Welpen-Mafia wirksamer vorzugehen, wünschte sich Sauerzweig-Strey eine grenzüberschreitende Sonderkommission von Polizei und Staatsanwaltschaft. Die miesen Geschäfte mit den Welpen findet er einfach nur widerwärtig.

Reinhard Zweigler

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