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Norddeutschland Tod auf der „Gorch Fock“: Eltern kämpfen weiter
Nachrichten Norddeutschland Tod auf der „Gorch Fock“: Eltern kämpfen weiter
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00:34 11.09.2016
Vor acht Jahren stürzte Jenny Böken einen Tag vor ihrem 19. Geburtstag auf der „Gorch Fock“, dem Segelschulschiff der Bundeswehr, von Bord. Quelle: dpa
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Münster/Kiel

Der Todesfall der jungen Kadettin ist bis heute rätselhaft. Vor acht Jahren stürzte Jenny Böken einen Tag vor ihrem 19. Geburtstag auf der „Gorch Fock“, dem Segelschulschiff der Bundeswehr, von Bord. Die Leiche der Frau aus Geilenkirchen (Nordrhein-Westfalen) wurde später in der Nordsee gefunden. Die Eltern kämpfen seit Jahren vor deutschen Gerichten um Entschädigung und um eine Antwort auf die Frage: Wer trägt die Schuld am Tod ihrer Tochter?

Jetzt beschäftigt sich das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster mit dem Fall. In der ersten Instanz hatte das Verwaltungsgericht Aachen im Oktober 2014 eine Entschädigung über 20 000 Euro nach dem Soldatenversorgungsgesetz abgelehnt. Das Gericht nannte den Einsatz der Offiziersanwärterin im Sanitätsdienst zwar lebensgefährlich, doch nicht besonders lebensgefährlich. Nach dem Gesetz ist dieser sprachliche Unterschied entscheidend. So hatten die Klagegegner argumentiert, das Schiff habe so ruhig im Wasser gelegen, dass es keine Schwimmwesten gebraucht habe. Die Eltern dagegen meinen, ihre Tochter sei bei widrigen Wetterbedingungen zu schlecht gesichert und zudem krank gewesen. Das OVG in Münster wird diese Entscheidung nun am Mittwoch in mündlicher Verhandlung überprüfen und hat dazu neun Zeugen geladen. Darunter sind der damalige Kapitän und Schiffsarzt der „Gorch Fock“. Auch soll ein Meteorologe zu den Wetterbedingungen während der Nachtwache befragt werden. Noch am selben Tag will das Gericht ein Urteil verkünden.

Im August hatte das Oberlandesgericht (OLG) Schleswig ein Strafverfahren gegen den Schiffsarzt abgelehnt. Den Antrag der Eltern wegen des Vorwurfs des Totschlags und der Urkundenunterdrückung stufte das Gericht als unbegründet ein. Die Eltern werfen dem Arzt vor, er habe ihre Tochter in Kenntnis ihrer Unterleibsschmerzen und ihrer Neigung, häufig kurzzeitig einzuschlafen, pflichtwidrig nicht vom Dienst ausgeschlossen. Dies sei Ursache für das Überbordgehen gewesen. Das OLG sah dafür keine Belege. Die Kieler Staatsanwaltschaft sprach von einem tragischen Unglück.

Während die juristische Aufarbeitung noch läuft, wird der mysteriöse Tod der Kadettin verfilmt. Gezeigt werden soll der Fernsehfilm mit dem Arbeitstitel „Kalte Wasser“ im ersten Halbjahr 2017.

LN

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