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Norddeutschland Tod nach OP: Chirurgen schweigen
Nachrichten Norddeutschland Tod nach OP: Chirurgen schweigen
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21:21 19.04.2016

Zwei Neurochirurgen müssen sich seit gestern in einem Strafprozess vor dem Amtsgericht Hamburg-Barmbek verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vor. Die Ärzte im Alter von 44 und 50 Jahren sollen vor zehn Jahren einen Patienten an der Wirbelsäule operiert und dabei verletzt haben. Es kam laut Anklage zu Wundheilungsstörungen. Zwei Revisionsoperationen sollen ebenfalls fehlerhaft durchgeführt worden sein. Der Patient starb nach wenigen Monaten an einer bakteriellen Wundinfektion.

Auch eine zweite Patientin litt nach einer Wirbelsäulen-OP im Jahr 2007 unter Wundheilungsstörungen. Die Ursache der Komplikationen sollen die Ärzte auch bei mehreren Terminen nach der Operation nicht erkannt haben. Die Frau ließ sich schließlich in einem anderen Krankenhaus behandeln, wo ihr der Anklage zufolge ein ausgedehnter Abszess im Rückenmark operativ entfernt wurde. Die Angeklagten wollten sich nicht zu den Vorwürfen äußern. Das Gericht hörte zwei Zeugen. Die 83 Jahre alte Ehefrau des gestorbenen Patienten berichtete von der Leidensgeschichte ihres Mannes.

Er sei 2006 wegen starker Rückenschmerzen von den Angeklagten operiert worden. Danach habe er starke Schmerzen und Fieber bekommen. Zwei weitere Operationen hätten keine Besserung gebracht. Zeitweise lag er auf der Intensivstation. Sie pflegte ihn zu Hause und brachte ihn zum Wechseln der Verbände in die Praxis der Neurochirurgen. „Das war keine saubere Wunde“, sagte die Zeugin. Besonders in Erinnerung blieb ihr der letzte Besuch dort: „Da hat er fürchterlich geschrien.“ Später habe er ihr gesagt: „Man hat mich fürchterlich gequält.“ Am Morgen darauf fiel er ins Koma. Das Gericht will am Dienstag drei Gutachter zu den Fällen hören.

LN

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