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Norddeutschland Tödlicher Streit um Sex
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20:42 19.10.2017
Dem Angeklagten werden im Landgericht neben seinem Anwalt Sebastian Wendt (r.) die Handschellen abgenommen. Quelle: Foto: Assanimoghaddam/dpa
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Aurich

Vor knapp einem Jahr hatte der Fall großes Aufsehen erregt, nachdem die Frau spurlos verschwunden war. In ihrem Café entdeckte die Polizei Blut- und Gewebespuren. Nach mehreren erfolglosen Suchaktionen wurde die Leiche erst im März nahe Seevetal bei Hamburg in einem Wald entdeckt.

Täter und Opfer hatten stark Alkohol getrunken und waren dann in einen heftigen Streit geraten: „Sie wollte mit ihm schlafen, aber er war zu müde“, rekonstruierte Richter Daniel Hunsmann die Ereignisse der gewaltsamen Nacht zum 22. Oktober 2016 in Bingum (Kreis Leer).

„Glück und Unglück lagen bei ihr selten so eng zusammen wie kurz vor der Tat“, stellte Hunsmann fest. Denn die alkoholkranke Frau wird nach Zeugenaussagen streitsüchtig und bohrt in den Fehlern anderer herum, wenn sie betrunken ist. Selbst der neue Freund wurde beschimpft. Der Musiker fühlte sich als „Klimperer“ beleidigt. „Als er nicht mit ihr schlafen will, nennt sie ihn Schlappschwanz und Versager, der kein Geld hat und nichts auf die Reihe kriegt“, sagte der Richter.

Auch beim Angeklagten wird im Prozess ein Problem mit Alkohol sichtbar: Er verträgt davon nicht viel. In der Tatnacht will er mehrere Flaschen Sekt getrunken haben. „Ich war noch nie derart betrunken und hatte einen starken Rausch“, erinnerte er sich. Ein Gutachter errechnet später einen Alkoholwert von zwei Promille. Als irgendwann an dem Abend ein Glas zerbrach, kippte die bisher friedliche Stimmung. Auf dem Höhepunkt des Streits konnte der Mann die Beleidigungen der Frau nicht mehr ertragen. „Mir sind die Sicherungen durchgeknallt“, schilderte der Angeklagte die Situation, „ich wollte, dass sie einfach aufhört“. Er schlug der Frau einen Barhocker auf den Kopf und versetzte ihr weitere Schläge, als sie schon auf dem Boden liegt. „Verpiss dich“, konnte das blutende Opfer noch sagen, worauf sich der Mann im Nebenraum schlafen legte. Erst am nächsten Morgen verwischte er die Spuren des Verbrechens, packte die Leiche in das Auto der Frau und deckte sie mit einem Tuch zu. Einige Tage später legte er die Tote in einem Waldstück bei Seevetal ab.

Die Anklage wertete das Verbrechen als Körperverletzung mit Todesfolge und plädierte wie der Nebenkläger auf sieben Jahren Haft. Der Verteidiger hatte sich für sechs Jahre ausgesprochen.

LN

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