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Tough Mudder: Die etwas andere Schlammschlacht

Hermannsburg Tough Mudder: Die etwas andere Schlammschlacht

Wie schmutzig fühlt sich ein Wettkampf im Matsch an? Vier Lübecker, darunter unser Autor, machten den Test.

Adrenalin-Stoß nach dem Rutschen ins eiskalte, dreckige Wasser: Henryk Kozarzewski (21, l.) und LN-Reporter Christoph Brandt (24) überwinden das Hindernis „Arctic Enema“ .

Quelle: Laura Boenchen

Hermannsburg. Das durch eine Mischung aus Anspannung und Vorfreude aufkommende Kribbeln spüre ich schon beim Betreten des Festival-Geländes. 19,5 Kilometer, zwanzig Hindernisse, Unmengen an Schlamm – der Herausforderung von „Tough Mudder“ können wir vier Lübecker uns nicht entziehen. Keiner von uns kann verhehlen, dass uns der Anblick des „Everests“ beeindruckt. Diese fünf Meter hohe, glitschige Quarterpipe, eine geschwungene Rampe, sollen wir auf den letzten Metern des Laufes erklimmen? Der Blick in die Gesichter von Henryk, Daniel und Henrik verrät aber Entschlossenheit. Auch sie können den Start kaum erwarten. In unseren orange leuchtenden Funktionsshirts wollen wir als „Team-Rex“ gemeinsam bestehen.

Ein letzter Energydrink, ein kurzes Aufwärmprogramm, ein finales, gemeinsames Einstimmen – schon geht es los. Keine zwanzig Minuten vergehen bis zum ersten Kennenlernen des matschigen Untergrunds. Unter Stacheldraht kriechend machen wir eine nasskalte Begegnung mit dem schlammigen Dreckwasser, das Hindernis trägt passenderweise den Titel „Kiss of Mud“. So richtig wachgeküsst werden wir aber erst einige Kilometer später. Beim „Arctic Enema“ sollen wir in ein vier Grad Celsius kaltes Eiswasserbecken springen. Davor graute es mir schon bei der Anmeldung auf der Internetseite. Der kurze Moment des Rutschens auf der etwa vier Meter langen Schräge lässt aber keine Zeit zum Nachdenken. Kaum angerutscht, schockt mich schon das eisige Dunkel um mich herum. Ich tauche auf, pruste morastiges Wasser aus, spüre, wie das Adrenalin meinen Körper flutet. Freudenmomente, Umarmungen unter den Lübecker T-Rex – wir sind angekommen beim „Tough Mudder 2016“.

Das nächste Highlight wartet schon in Sichtweite. Beim „King of the Swingers“ heißt es aufgrund des großen Andranges zunächst warten. Wir gehören am Sonnabend zu den 6000 Mutigen. „Wer nicht hüpft, der ist kein Mudder, hey hey“, skandiert das springende Teilnehmerfeld und schüttelt sich die Kälte aus den Gliedern. Dann steigen wir auf ein drei Meter hohes Podest. Vor mir schwebt einen guten Meter entfernt eine Metallhalterung. Darunter: Tiefes Wasser – natürlich dunkel, schlammig und eiskalt. Meine Freunde haben es schon hinter sich, warten tropfend am Ufer.

Ich muss mir einen Ruck geben, mich überwinden. Wieder keine Zeit zum Nachdenken, auf geht’s mit Schwung in den Abgrund. „Team-Rex“ ist wieder vereint. Jetzt hält uns nichts mehr auf – ob Hangeln an Sprossen, Stapfen durch kniehohen Morast oder das Überwinden von steilen Schrägen in der Gemeinschaft. Doch geschafft haben wir den Parcours noch nicht. Seit Kilometer 15 begleiten uns plötzlich auftretende Wadenkrämpfe, das Hansestädter Quartett ist angeschlagen.

Und schließlich taucht der dicke Brocken vor unseren Augen auf: Der „Everest“. Nur durch die Hilfe anderer schaffen die ersten drei T-Rex es nach oben auf den Vorsprung. Einzig Daniel schnauft, als er auch beim wiederholten Versuch wegrutscht und hinuntergleitet. Wir ändern die Strategie. Meine Kollegen packen meine Beine und werfen mich wie eine Angel aus. Der vierte Lübecker nimmt seine letzten Kraftreserven zusammen und sprintet mir entgegen. Ich greife seine rutschigen Unterarme, auf einmal sind die kräftezehrenden Kilometer spürbar.

Wir schaffen es, und der Freudentaumel lässt jeden Krampf vergessen. „Jetzt oder nie, hatte ich mir gesagt“, erzählt Daniel. Beim Belohnungs-Bier weicht die Erschöpfung dem Gefühl des Stolzes.

Laufen, Robben, Hangeln, Springen

Tough Mudder ist ein Extrem-Hindernislauf-Event, bei dem Einzelteilnehmer oder Teams versuchen, einen etwa 16 bis 207 Kilometer langen Hindernislauf durch den Schlamm zu absolvieren. Um Hindernisse zu bewältigen, müssen die Teilnehmer robben, hangeln, springen und sich ordentlich auspowern. Beim diesjährigen mehrtägigen Tough Mudder Norddeutschland wagten sich insgesamt 11000 Teilnehmer durch den Schlamm. Von einem Sponsor wurden 30 Tonnen Wasser sowie 15 000 Müsliriegel bereit gestellt.

 Christoph Brandt

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