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Norddeutschland Trauer um Hans Koschnick
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23:20 21.04.2016
Immer volksnah: Hans Koschnick (1929-2016). Quelle: Ingo Wagner/dpa
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Bremen

Der ehemalige Bremer Regierungschef Hans Koschnick ist tot: Nur wenige Wochen nach seinem 87. Geburtstag starb der langjährige Bürgermeister des kleinsten Bundeslandes in seiner Heimatstadt. Politiker aus ganz Deutschland würdigten den Sozialdemokraten und einstigen EU-Administrator der bosnischen Stadt Mostar als großen Europäer und Politiker mit Herz und Verstand, der sich immer für Frieden und Völkerverständigung einsetzte. SPD-Chef Sigmar Gabriel nannte Koschnick einen „geradlinigen, entschlossenen und mitreißenden“ Ausnahmepolitiker. „Handeln und nicht so viel reden!“, sei seine Maxime gewesen.

Bremens Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) bezeichnete Koschnick als einen herausragenden Politiker, einen „von allen geschätzten, hoch geachteten und überzeugten“ Demokraten. „Wir trauern um einen großen Bremer.“ Bundespräsident Joachim Gauck würdigte den Alt-Bürgermeister als „leidenschaftlichen Kämpfer für die Demokratie“. Mit seinem Einsatz habe er „ein Beispiel für Tatkraft, für Verantwortungsbereitschaft und für Solidarität gegeben“. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte: „Ein großer Sozialdemokrat ist heute von uns gegangen.“

Koschnick führte das kleinste Bundesland 18 Jahre lang — von 1967 bis 1985 — als Regierungschef. Der Ur-Bremer Koschnick trat 1985 zurück und widmete sich danach der Völkerverständigung und Friedensarbeit. Sein kluges Verhandlungsgeschick bei kniffligen Aufgaben war längst nicht nur bei den Genossen bekannt. So wurde Koschnick im Juli 1994 für 20 Monate EU-Administrator in der vom jugoslawischen Bürgerkrieg zerstörten Stadt Mostar. Anschließend übernahm er von Ende 1998 bis Ende 1999 die Funktion des Bosnienbeauftragten der Bundesregierung und war für die Rückführung der Bosnien-Flüchtlinge zuständig. Außerdem war er vier Mal als Schlichter im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes gefragt.

„Vielen war er ein Vorbild. Seine Volksnähe war fühlbar“, sagte der Präsident der Bremischen Bürgerschaft, Christian Weber (SPD). Die Liste der Ehrungen, die Koschnick für seinen Einsatz für Frieden, Aussöhnung und Völkerverständigung bekam, ist lang. Dazu zählen unter anderem der Hessische Friedenspreis (1997), der Gustav- Adolf-Preis (1997) und der Regensburger Brückenpreis (2004).

LN

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