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Norddeutschland Traummobile in der Kulturwerft
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08:55 17.10.2016
Jan Grimsehl mit dem Mercedes 380 SL, der auf die Messe geht. Kollegin Berit Lammers-Opolka hat sich kurz in den Ferrari gesetzt, der ebenfalls gezeigt wird. Quelle: Fotos: Lutz Roeßler (2), Wolfgang Maxwitat (1)
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Selmsdorf

Die schönen MatchboxAutos im Schuhkarton – welcher große Junge erinnert sich nicht daran? Im Verkaufsraum der Firma „Retroclassic“ in Selmsdorf (Nordwestmecklenburg) fühlt man sich fast wie damals. Mercedes-Oldtimer, Ferraris, sogar ein Lamborghini stehen dort und glänzen wie neu. Wer eines der schönen Autos mitnehmen will, muss allerdings eine höhere fünfstellige Summe hinlegen. Mindestens.

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Aussteller bereiten sich auf Oldtimer-Messe in Lübeck vor – auch die Firma „Retroclassic“ in Selmsdorf.

„Dieser Ferrari Testarossa kostet 120 115 Euro“, sagt Kfz-Meister Jan Grimsehl (56), der als Restaurator bei dem Oldtimerhändler arbeitet. „Der kommt direkt aus Japan. Aus einem Teil des Landes, in dem die Autos kaum Rost ansetzen.“ Auch technisch war alles okay: Der 287 KW starke Ferrari von 1991 hat nur 38000 Kilometer auf der Uhr. Am kommenden Wochenende wird das rote Schmuckstück aus der italienischen Edel-Autoschmiede in der Lübecker Kulturwerft Gollan zu sehen sein. Dort eröffnet am Freitag die Oldtimer-Messe „Nordi Car Classic“.

Neben dem Ferrari werden rund 50 Fahrzeuge zu sehen sein, die ältesten aus den 30er-Jahren, kündigt Messe-Projektleiter Burkhard Golla an. Darunter auch Nutzfahrzeuge. „Wir haben beispielsweise einen Unimog von Ende der 50er-Jahre“, so Golla. Die Messe, die zuvor schon in Horst bei Elmshorn stattfand, ist in diesem Jahr erstmals in Lübeck zu sehen.

Bei „Retroclassic“ fiebert man dem Event schon entgegen. Berit Lammers-Opolka (38), an sich kaufmännische Angestellte der Firma, poliert gerade den zweiten Wagen, der ausgestellt werden soll. Es ist ein silbermetallicfarbener Mercedes 380 SL mit blauem Faltdach aus den 80er Jahren. „Ein klassischer Roadster“, erklärt Kfz-Meister Grimsehl. „Das Modell wurde von Anfang der 70er bis 1989 gebaut.“

Der Preis für den – ebenfalls aus Japan importierten – Flitzer mit den blaukarierten Sportsitzen: 35000 Euro. Dafür gibt es ein authentisches Gefühl von damals. „Mit so einem Auto ist Bobby Ewing schon in der Fernsehserie ,Dallas’ rumgedüst“, schmunzelt er.

Sentimentale Gefühle spielen bei Oldtimer-Liebhabern durchaus eine Rolle. Für einen schwedischen Kunden restauriert „Retroclassic“ gerade einen Mercedes W 109 280 SE. Nur die nackte Karosserie ist zu sehen, silbergrau glänzend, abgeschliffen, von Rost befreit. „Der Kunde hat diesen Wagen nach vielen Jahren wiedergefunden“, so Grimsehl. „Es ist das Auto seines Vaters.“ Jetzt wird der Mercedes von Grund auf neu aufgebaut, in der Originalfarbe Metallicblau lackiert und mit Ledersitzen ausgestattet. Papas Auto wird wieder zur Familie gehören – doch so etwas hat seinen Preis. Für Instandsetzungen dieser Art können leicht 80000 Euro fällig werden. Es lohnt sich bestimmt – doch das Geld muss man eben haben. Und etwas Zeit. Grimsehl: „Die Restaurierung dieses Autos wird sich sicher bis in das nächste Jahr hinziehen.“

Mit genügend Sachverstand kann sich natürlich jeder selber an die Arbeit machen. Auch Grimsehl bastelt privat an seinem Wunschauto: Einem Porsche 911, Baujahr 1985. „Ich hab’ ihn jetzt. Wird aber ein paar Jahre dauern.“ Berit Lammers-Opolka träumt von einem Mercedes 190 SL, bezweifelt aber, dass es eines Tages klappen wird. Gucken immerhin ist möglich – etwa kommendes Wochenende.

Die Nordi Car Classic

54 Aussteller, vorwiegend aus dem Norden, präsentieren rund 50 Oldtimer. Vorgestellt werden auch Teile, Zubehör, Kleidung (www.nordi-car.de).

Öffnungszeiten: Freitag, 21. Oktober, 13 - 19 Uhr; Sonnabend, 22., und Sonntag, 23. Oktober, jeweils 10 - 18 Uhr.

Eintrittspreise: Erwachsene acht Euro, ermäßigt sechs Euro. Oldtimerfahrer fünf Euro (beinhaltet das Parken mit einem Oldtimer auf dem Oldtimerparkplatz). Kinder frei (bis 15 Jahre).

 Marcus Stöcklin

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