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Norddeutschland Treiben Sie Sport? Jamaika befragt jetzt die Bürger
Nachrichten Norddeutschland Treiben Sie Sport? Jamaika befragt jetzt die Bürger
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21:29 11.10.2017
Die Befragung soll bis Mitte 2018 laufen und bis Ende 2018 abgeschlossen sein, sagte CDU-Innen- und Sportminister Hans-Joachim Grote. Quelle: fotolia
Kiel

Der Landtag hat das Vorhaben gestern abgesegnet. Nur die SPD stimmte dagegen. Die Befragung soll bis Mitte 2018 laufen und bis Ende 2018 abgeschlossen sein, sagte CDU-Innen- und Sportminister Hans-Joachim Grote. Ob alle Haushalte angeschrieben werden oder die Sportgewohnheiten der Schleswig-Holsteiner stichprobenartig erhoben werden, soll in den kommenden Wochen beraten werden. Denkbar wäre auch eine Befragung der Mitglieder ausgesuchter Vereine, ergänzt durch eine Internetplattform, die der Bevölkerung neben vorgefertigten Fragestellungen die Möglichkeit gibt, eigene Vorschläge zu formulieren.

Grund für die Umfrage: Das Sportverhalten der Menschen habe sich „in den vergangenen Jahren deutlich verändert, ohne dass Sportorganisationen und Kommunen darauf bisher wesentlich Einfluss genommen hätten“, so Grote. Immer mehr Menschen würden zum Beispiel Trendsportarten außerhalb von Vereinen nachgehen. Häufig würden sie dafür kommunale Grünanlagen nutzen, was bei deren Planung bislang oft keine Rolle spiele. Generell müsse es Ziel sein, „den öffentlichen Raum für sportliche Menschen bewegungsfreundlich zu gestalten“. Den Sportvereinen, von denen viele Mitgliederrückgänge verzeichneten, solle die wissenschaftlich untermauerte Analyse zudem helfen, sich für die Zukunft neu aufzustellen.

Der Sportentwicklungsplan soll 2020 fertig sein. Dabei müsse auch untersucht werden, wo Bedarf an Sportstätten besteht und wie sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln angesteuert werden können, sagte die CDU-Sportpolitikerin Barbara Ostmeier. Für Kay Richert von der FDP gilt: „Das Sportangebot muss für jeden im Land erreichbar sein.“ Der Grüne Rasmus Andresen mahnte, dass auch jedes Kind Schwimmen lernen können müsse. Die SPD-Politikerin Kathrin Wagner-Bockey sieht die Landesregierung dabei allerdings „auf dem falschen Weg“. Es gebe bereits genug statistisches Datenmaterial. Daraus müssten jetzt in jeder Kommune ganz individuelle Sportentwicklungspläne erarbeitet werden. „Auf Landesebene werden sie schnell zu Papiertigern.“ Was die Kommunen dann vor allem bräuchten, sei Landesgeld für die Sanierung der Sportstätten. Stattdessen wolle die CDU-Grünen-FDP-Regierung offenbar davon ablenken, dass sie „unter der Hand“ schon mal 15 Millionen Euro an einige große Sportstätten, darunter das Holsteinstadion in Kiel, verteilt habe, bevor überhaupt Förderrichtlinien vorgelegen hätten.

Auch beim Landessportverband ist man skeptisch. Man begrüße die gesellschaftspolitische Anerkennung des Sports, sagt Präsident Hans-Jakob Tiessen. Wie eine landesweite Planung aber die Bedürfnisse des einzigartigen sozialen Netzwerks der 2600 Sportvereine unterstützen könne, „müssen wir uns sehr genau ansehen“. Wolfram Hammer

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