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Norddeutschland Trotz Arbeit: Wir können den Spätsommer draußen genießen
Nachrichten Norddeutschland Trotz Arbeit: Wir können den Spätsommer draußen genießen
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21:19 12.09.2016
Den ganzen Arbeitstag draußen: Einweiser Uwe Ehlers (66, r.) zeigt Urlauber Ramzi Alazawi in Travemünde seinen Stellplatz. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat

Konzentriert balanciert Vanessa Düngefeld ein Tablett mit Cola und Wasser hinaus auf den Lübecker Markt. Schweißperlen haben sich auf ihrem Gesicht gebildet, dennoch lächelt sie zufrieden. „Ich bin heute nur draußen im Einsatz, und das Wetter macht einfach gute Laune“, sagt die 17-Jährige, die im Ratskeller eine Ausbildung zur Restaurantfachfrau absolviert. Bis 20.30 Uhr dauert ihre Schicht, dann ist es bereits dunkel. „Deshalb freue ich mich natürlich, bei der Arbeit etwas von der Sonne abzubekommen“, sagt sie.

„Ich glaube, so einen September habe ich noch nie erlebt. Es war zwar schon mal warm, aber nicht so heiß.“ Uwe Ehlers (66), Parkplatzeinweiser

Einen Traumarbeitsplatz bei dem spätsommerlichen Wetter hat auch Wolfgang Konopka. Mit kurzer Hose, neongelber Warnweste, Sandalen und Sonnenbrille düst er auf einem Segway am Neustädter Hafen entlang, hinter ihm eine Gruppe Touristen. Der 66-Jährige bietet geführte Touren an der Ostsee an und ist gerade von Pelzerhaken nach Neustadt gefahren. „Wir sind auch bei Nieselregen unterwegs“, sagt er. „Aber so ist es natürlich viel geiler.“ Nur seine gelb-grüne Mütze wirkt bei mehr als 25 Grad Celsius etwas fehl am Platz. „Die Mütze hat meine Frau gehäkelt“, erklärt er. „Sie ist gegen die Sonne, ohne hätte ich bei der Hitze Probleme.“ Auf der gegenüberliegenden Hafenseite ist Dirk Ott dabei, mit einem Hochdruckreiniger den Rumpf seines Seglers „Samira“ von Muscheln und Seepocken zu befreien. „Ich würde bei dem Wetter natürlich lieber Segeln gehen“, sagt der 75-Jährige. „Aber ich habe das Boot gerade verkauft, deshalb muss es jetzt gesäubert und zum Winter-Liegeplatz gebracht werden.“ Und das gehe bei sonnigem, trockenem Wetter am besten. „Sonst wird das Schiff gleich nach dem Abspülen wieder dreckig“, erklärt er. Zudem trage das gute Wetter dazu bei, dass viele Mitglieder seines Marine-Yachtclubs Neustadt Lust hätten, ihm bei der Arbeit zu helfen.

Auch Severin profitiert vom Sommer im September. Der Straßenkünstler macht in der Lübecker Fußgängerzone riesige Seifenblasen und zieht damit viele Blicke auf sich. „Bei Regen geht das nicht“, sagt er und taucht seine Schnur-Konstruktion erneut in einen roten Eimer, in dem sich Spülmittel, Wasser, Olivenöl und ein paar „Geheimzutaten“ befinden.

Uwe Ehlers kann den Tag ebenfalls draußen verbringen. „Ich glaube, so einen September habe ich noch nie erlebt“, sagt er. Der 66-Jährige arbeitet auf dem Park- und Stellplatz in Travemünde, kassiert die Gebühren und weist die Camper ein. „Schönes Wetter ist gut, dann sind die Menschen glücklich“, sagt Ehlers. Und er selbst genieße es, sich zwischendurch mit einem kühlen Getränk auf seinem Stuhl im Schatten zu erholen.

Janina Dietrich

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