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Tunnel: Studie verspricht Tourismus Mehrumsatz

Scharbeutz Tunnel: Studie verspricht Tourismus Mehrumsatz

Der Tourismus an der Küste kann laut einer neuen Studie auf positive Effekte durch die Fehmarnbeltquerung hoffen. Nach Fertigstellung des Tunnels zwischen Fehmarn und dem dänischen Rødbyhavn ist mit einem Umsatzgewinn von jährlich etwa sechs Millionen Euro zu rechnen.

Quelle: dpa

Scharbeutz. Der Tourismus an der Küste kann auf positive Effekte durch die Fehmarnbeltquerung hoffen. Nach Fertigstellung des Tunnels zwischen Fehmarn und dem dänischen Rødbyhavn ist mit einem Umsatzgewinn von jährlich etwa sechs Millionen Euro zu rechnen. Das geht aus einer Studie des Instituts für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa (NIT) hervor, die der Ostsee-Holstein Tourismus (OHT) am Donnerstag in Scharbeutz präsentierte. Mehr Nachfrage werde es aus Skandinavien vor allem bei Kurzreisen und im Tagestourismus geben. Umsatzverluste werden allerdings während der Bauphase prognostiziert – vor allem für das nördliche Ostholstein und für Lübeck. Vier Jahre lang soll es nördlich von Neustadt nur Schienenersatzverkehr geben. Züge von Hamburg nach Kopenhagen fahren über Flensburg.

„Die Studie zeigt deutlich, dass der Fehmarnbelt-Tunnel für den Tourismus in der Region Licht und Schatten bringt“, sagte OHT-Geschäftsführerin Katja Lauritzen. Sie hoffe jedoch, dass die positiven Effekte letztlich überwiegen. „Der Tunnel bedeutet Chancen, die man ergreifen muss“, formulierte Tourismus- und Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD). So müsse das Auslandsmarketing besonders in Dänemark und Südschweden verstärkt werden, zugleich sollten sich die Betriebe hier auf die ausländischen Gäste vorbereiten – etwa mit besseren Sprachkenntnissen oder auch englischen Speisekarten.

„Wir hoffen, dass wir die Gästezahlen aus Dänemark steigern können“, so Meyer. Die Zahl der ausländischen Gäste in Schleswig-Holstein soll bis 2030 von derzeit knapp zwei Millionen auf drei Millionen wachsen.

Chancen sieht die Studie auch für Lübeck – wegen der besseren Erreichbarkeit per Bahn aus dem Süden. Der Zugewinn bei Übernachtungen in der Hansestadt wird auf 4,2 Millionen Euro jährlich geschätzt.

Eine Abwanderung der deutschen Gäste nach Dänemark müsse man nicht fürchten, führte Dirk Schmücker vom NIT aus. Das Nachbarland gehöre bei Schleswig-Holstein-Fans nicht zu den Hauptkonkurrenten.

Geringe Umsatzverluste fürchtet er allerdings beim Tagesausflugsverkehr nach Scharbeutz und Timmendorfer Strand, da die Bahn-Haltepunkte etwas weiter außerhalb der Orte liegen werden als bisher.

Insgesamt aber sei es gut, dass der Güterverkehr aus den Bädern herausgenommen werde. „Das nimmt aus touristischer Sicht total viel Druck aus den Badeorten“, sagte Schmücker.

Während der Bauphase ist laut Studie pro Jahr mit 100 000 Baustellenbesuchern sowie 10 000 Fachbesuchern zu rechnen (2,8 Millionen Euro Umsatzpotenzial). Demgegenüber stehen aber die Verkehrsbeeinträchtigungen auf der Schiene, erklärte Schmücker. Seine Studie sieht einen potenziellen Umsatzverlust von 1,8 Millionen Euro pro Jahr für das nördliche Ostholstein, für Lübeck sogar von 2,8 Millionen Euro, weil die Bahn voraussichtlich von Mitte 2020 bis Ende 2024 nur sehr eingeschränkt fährt. Denn neben dem Neubau vieler Abschnitte werden auch Teile der Bestandsstrecke aus- oder umgebaut. Während dieser Zeit können auf der eingleisigen Strecke keine Züge fahren. „Die positiven Effekte im Betrieb werden höher sein als die negativen Effekte in der Bauphase“, bilanzierte Schmücker.

Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (CDU) forderte dennoch ein „schlüssiges Mobilitätskonzept für die Bevölkerung“. So müssten im Schienenersatzverkehr leistungsfähige IC-Busse eingesetzt, die Vertaktungen auf Berufspendler abgestimmt werden. Wichtig sei auch die Koordinierung der Baumaßnahmen, betonte Meyer. „Die Ferienorte dürfen zu keiner Zeit nicht erreichbar sein“, erklärte er.

Fertigstellung für 2028 geplant

Nach aktuellem Planungsstand soll der Tunnel unter dem Fehmarnbelt im Jahr 2028 fertiggestellt werden. Damit beträgt die Reisezeit von Deutschland nach Dänemark dann nur noch knapp zehn Minuten.

Für die Hinterlandanbindung müssen 88 Kilometer Bahntrasse neu- oder ausgebaut werden – weitgehend entlang der A 1. Derzeit wird um den Lärmschutz gerungen. Ostholstein kämpft dafür, dass die Anwohner über die gesetzlichen Regelungen hinaus geschützt werden. Die alte „Bäderbahn“ soll stillgelegt werden.

Die Zahl der Übernachtungsgäste aus Dänemark im Kreis Ostholstein hat sich seit 2005 fast vervierfacht. Nach Angaben des Statistikamtes Nord wurden im Jahr 2015 knapp 466 000 Übernachtungen im Reisegebiet Ostsee (Kreis Ostholstein) gezählt.

 Julia Paulat

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