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Norddeutschland UKE: Weitere Ermittlungen
Nachrichten Norddeutschland UKE: Weitere Ermittlungen
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20:23 16.11.2016
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Hamburg

Nach Unregelmäßigkeiten in den Behandlungsunterlagen von Transplantationspatienten im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) hat die Hamburger Staatsanwaltschaft weitere Papiere bei der Bundesärztekammer angefordert. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte: „Wir konnten den Sachverhalt noch nicht umfassend prüfen, da noch Unterlagen fehlen. Diese Unterlagen haben wir nun angefordert.“

Zuvor hatte die Prüfungs- und Überwachungskommission von GKV-Spitzenverband, Krankenhausgesellschaft und Bundesärztekammer Unregelmäßigkeiten im UKE beanstandet, die zum Teil relevant seien für die Vergabe von Spenderorganen. In einer Stellungnahme des UKE hatte die Klinik Übertragungsfehler bei der Weitergabe von Patientendaten eingeräumt. Die Organvergabe sei dadurch aber nicht beeinflusst worden. Durch Veränderungen in der Buchführung seien solche Fehler heute nicht mehr möglich. Aus Sicht der Prüfungskommission waren gestern von 14 beanstandeten Fällen vier erklärbar und erledigt.

Am 13. Oktober hatte die Prüfungs- und Überwachungskommission einen Bericht zu Lungentransplantationen im UKE und in der kooperierenden LungenClinic Großhansdorf (Kreis Stormarn) vorgelegt. In 14 von 25 Fällen beanstandete die Kommission Unregelmäßigkeiten. Sieben Patientenakten der Klinik Großhansdorf waren nicht mehr auffindbar.

„Unregelmäßigkeiten in Behandlungsakten sind seit einer Änderung des Transplantationsgesetzes 2012 nicht mehr möglich“, sagte Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer. Nach einem Organspendeskandal am Uniklinikum Göttingen sei das Gesetz um eine Strafandrohung ergänzt worden. Wer manipuliere, wisse heute, dass ihm Bestrafung drohe. „Daneben werden alle Transplantationsprogramme in Deutschland im Dreijahresrhythmus überprüft. Die Schwelle für Manipulationen ist dadurch wesentlich höher geworden.“

LN

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