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UKSH: Lichtblicke in der Bilanz

Lübeck UKSH: Lichtblicke in der Bilanz

Klinik-Chef Jens Scholz rechnet für 2018 mit schwarzen Zahlen – Land will Schulden übernehmen.

In Hamburg und Schleswig-Holstein. Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) schreibt weiter rote Zahlen. Die Aufwendungen für die bauliche Sanierung – allein in diesem Jahr 30 Millionen Euro – und die Zinsen für die hohen Schulden drücken auf die Bilanz. Im Kerngeschäft des Klinikums allerdings gibt es Licht am Horizont, kündigte Vorstandschef Jens Scholz jetzt an. 2018 werde der 12500-Mitarbeiter-Konzern in Landesbesitz erstmals ein positives operatives Ergebnis erreichen.

 

LN-Bild

UKSH-Vorstandschef Jens Scholz: Sein Vertrag läuft noch bis 2018. Dann soll das Klinikum operativ schwarze Zahlen schreiben.

Quelle: Roeßler

Gut 1,4 Millionen Euro Plus wolle das UKSH dann erwirtschaften. Der Gesamt-Konzern einschließlich Tochtergesellschaften soll dann sogar zehn Millionen Euro Plus machen. In diesem Jahr werden es noch 11,6 Millionen Euro Miese im Kern-UKSH und drei Millionen im Konzern sein. 2017 soll das Defizit des Kern-UKSH auf minus 2,5 Millionen Euro sinken, der Gesamt-Konzern sechs Millionen Euro Plus machen. Zum Vergleich: 2014 schloss der UKSH-Konzern mit einem Rekord-Defizit von 31,2 Millionen Euro ab, 2015 waren es noch 27,5 Millionen.

Möglich würden diese Ergebnisse durch ein Bündel Hunderter Einzelmaßnahmen, sagt Scholz. So habe man zum Beispiel festgestellt, dass am Klinikum bezogen auf die Patientenzahl täglich gut 106 Prozent Essen zubereitet wurden, obwohl viele Patienten auf der Intensivstation oder nach einer OP gar nicht essen konnten. Die Essen wurden weggeworfen. Mittlerweile habe man die Quote durch genaue Erfassung auf 92 Prozent gesenkt, am Ende sollen es 88 Prozent sein.

Das Erreichen einer „operativen schwarzen Null“ ist für das UKSH besonders wichtig. Die Landesregierung macht davon die Übernahme von Schulden abhängig. Von 2018 an sollen bis 2020 zunächst 100 Millionen Euro alter Kredite des UKSH abgelöst werden. Das Klinikum würde dadurch gut drei Millionen Euro Zinsen pro Jahr sparen, die das Land dann übernimmt. Streng genommen handelt es sich bei den UKSH-Defiziten ohnehin um Landesschulden, weil das Klinikum eine Gesellschaft in alleinigem Besitz des Landes ist. Die Zeichen stehen gut, dass eine nächste Landesregierung dem UKSH 2021 dann auch noch die letzten Schulden abnimmt. Derzeit steht es mit 286 Millionen Euro in der Kreide, dazu kommen die bis dahin weiter auflaufenden Defizite. Die Kosten für die Gebäudeunterhaltung und die bauliche Sanierung sollen durch Effizienzgewinne wieder eingespielt werden. So ermöglichen die modernen Klinikbauten, die in Kiel und in Lübeck entstehen, größere Behandlungs- und Pflegeeinheiten zu bilden, Wege zu verkürzen und Personal effektiver einzusetzen, heißt es. Ob die Stellenzahl aber wirklich um 450 sinkt, sei noch nicht ausgemacht. 2017 werde zunächst mehr Personal eingestellt, weil die Patientenzahl steige und damit auch die Einnahmen.

Scholz geht davon aus, dass auch der Zeitplan der Sanierung eingehalten werden kann. So würde in Lübeck im Juni 2018 der erste Neubauabschnitt übergeben werden, in Kiel im Mai 2018. Ein privates Konsortium verbaut bis zur geplanten Fertigstellung aller Bauabschnitte 2021 insgesamt 520 Millionen Euro, betreibt und unterhält die Gebäude dann bis zum Jahr 2044 und kassiert dafür vom Land Miete.

Am Ende fallen die Gebäude dann ans Land zurück. Ein Desaster wie beim Berliner Flughafen oder der Hamburger Elbphilharmonie drohe nicht, weil Planung, Bau und Betrieb bis 2044 in einer Hand seien, sagte Scholz. Ende September 2014 war das Projekt für die größte Klinikbaustelle in Deutschland vertraglich besiegelt worden. Über die vollen 30 Jahre Laufzeit belaufen sich die Kosten für Bau und Miete fürs UKSH auf 1,7 Milliarden Euro.

Zahl der Behandlungsfehler leicht gesunken

sind erstmals seit Jahren weniger Behandlungsfehler von Ärzten und Pflegern registriert worden als im Vorjahr. Nach Angaben des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) sank 2015 die Zahl der Fälle in beiden Ländern zusammen um 53 auf 173. Die meisten der bestätigten 173

Behandlungsfehler wurden in der Unfallchirurgie (28 Prozent) und bei orthopädischen Operationen gemacht. Es folgten Fehler in der Zahnmedizin (14 Prozent) sowie in der Frauenheilkunde und der Bauchchirurgie. 2015 hatten sich die Kassen mit 3427 Verdachtsfällen an den MDK Nord gewandt, nach 3746 in 2014. Nach den Prüfungen blieben 828 stichhaltige Vorwürfe zur Begutachtung übrig. 2014 waren es 850. Die Anerkennungsquote sank von 26,6 auf 21 Prozent. Der Rückgang der Fallzahlen könnte sich nach Ansicht von MDK-Fachbereichsleiter Dimitrios Psathakis auch als Schwankung herausstellen. Die Zahlen des ersten Quartals 2016 lägen wieder deutlich über den Vergleichszahlen von 2015. Getrennte Angaben für beide Länder gibt es nicht. Mit den Begutachtungen trage der MDK zur Patientensicherheit bei, sagte der leitende Arzt des MDK Nord, Bernhard van Treeck. Sie stärkten die Position der Patienten gegenüber Behandlern, Kliniken und deren Haftpflicht-Versicherungen.

Wolfram Hammer

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