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20:44 09.01.2018
Möchte mit Hamburg in Berlin lauter auftreten: Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Quelle: Foto: Reinhardt/dpa
Hamburg

Der Spitzenverband der norddeutschen Wirtschaft befürchtet eine größer werdende Wachstumslücke zwischen den Ländern im Süden und Norden Deutschlands. Wachstumstreiber würden künftig Bildung und Digitalisierung sein und nicht mehr so stark wie in der Vergangenheit der globale Handel, sagte gestern Verbandspräsident Uli Wachholtz. „In diesem Wandel der Wertschöpfung gehört Kleinstaaterei der Vergangenheit an.“ Ein Nordstaat sei zwar nicht der Maßstab. Jedoch forderte Wachholtz ein länderübergreifendes Handeln zugunsten einer gemeinsamen Wirtschaftsregion, die im internationalen Wettbewerb bestehen könne.

Nach Angaben des UV-Präsidenten ist der Anteil Süddeutschlands am Bruttoinlandsprodukt der alten Länder seit 1970 von 31 Prozent auf fast 40 Prozent gestiegen, in Norddeutschland dagegen von 20 auf 17 Prozent zurückgegangen. Um dieses Nord-Süd-Gefälle nicht weiter zu verstärken, müsste unter anderem in Wirtschaft und Wissenschaft viel enger zusammengearbeitet werden. Und die öffentliche Infrastruktur müsste konsequenter als bisher ausgebaut werden.

Nach Ansicht von Hamburgs Zweiter Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin, Katharina Fegebank (Grüne), sollte es der gemeinsame Ehrgeiz von Hamburg und Schleswig-Holstein sein, das Erfolgsmodell einer engen Partnerschaft aus Stadtstaat und Flächenland weiter fortzuschreiben. „Wir wollen bei uns im Norden eben keine Metropole, die alle und alles an sich zieht und für die Nachbarschaft nichts übrig lässt.“

Die Zusammenarbeit mit der Hansestadt bezeichnete auch der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) als „absolut notwendig“. „In Teilbereichen können wir vom Süden lernen und mit Hamburg gemeinsam in Berlin lauter auftreten“, verlangte der Regierungschef. Er fordert von der künftigen Bundesregierung, unter anderem Planungsverfahren für Verkehrsprojekte zu beschleunigen und in die Infrastruktur in ländlichen Regionen zu investieren.

Außerdem appellierte Günther an die in Hamburg versammelten Unternehmer, mehr Schulabgänger mit einem ersten Abschluss in der Wirtschaft auszubilden. In Schleswig-Holstein fehlten bis 2030 rund 100 000 Fachkräfte, von denen nur 15 Prozent Hochschulabsolventen sein müssten.

LN

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