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Norddeutschland Über 250 Einsätze wegen des Tornados
Nachrichten Norddeutschland Über 250 Einsätze wegen des Tornados
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23:14 08.06.2016
Teile eines umgestürzten Baumes ragen im Hamburger Stadtteil Farmsen auf einen Gehweg. Quelle: Bodo Marks/dpa
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„Twister“

Bäume werden gefällt, Dächer repariert und Keller leergepumpt: Nach dem schweren Unwetter mit einem Tornado im Hamburger Nordosten sind die Aufräumarbeiten gestern fortgesetzt worden. In den Stadtteilen Farmsen und Bramfeld begutachteten die Anwohner die Schäden an ihren Häusern und in ihren Gärten, riefen Versicherungen und Fachfirmen an. An einigen Stellen waren Dachdecker und Gartenbaubetriebe bereits dabei, die am Dienstagabend entstandenen Zerstörungen zu beseitigen. Bis nach Mitternacht war die Feuerwehr zu 254 Einsätzen ausgerückt. Verletzt wurde zum Glück niemand.

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Teile eines umgestürzten Baumes ragen im Hamburger Stadtteil Farmsen auf einen Gehweg.

Laut Feuerwehr hatte ein Anrufer um 18.21 Uhr gemeldet, dass sich über der Steilshooper Straße ein Tornado bilde. Das Unwetter sei in wenigen Minuten durchgezogen, sagte Feuerwehrsprecher Jan Ole Unger. „Das hat aber eine Schneise der Verwüstung hinterlassen.“ Überall war zu sehen, wie stark die Naturgewalt wütete. „Alte Eichen sind wie Streichhölzer umgeknickt worden und auf Fahrzeuge und Häuser gekippt“, berichtete Unger. „Wir hatten auch einen Blitzeinschlag in ein Dach, das dann Feuer gefangen hat.“ Ein dicker Baum fiel im Stadtteil Farmsen auf einen Carport und zerquetschte drei Autos.

Bereits am Sonntag hatte es zwei weitere Tornados im Norden gegeben – im Raum Schleswig. Klimaforscher Mojib Latif vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung erwartet, dass ihre Zahl in den kommenden Jahren steigen wird. „Aufgrund des Klimawandels nehmen heftige Gewitter zu, und damit erhöht sich auch die Gefahr von Tornados“, sagt er. Allerdings seien sie nicht vorhersehbar, weil sie spontan entstünden. „Bei schweren Gewittern sind immer auch Tornados möglich“, sagt Latif. Er rät, in einem solchen Fall so schnell wie möglich aus dem Gefahrenbereich zu verschwinden oder einen geschützten Ort aufzusuchen. Wobei Letzteres schwierig sei, da eigentlich nichts vor einem solchen Wirbelsturm sicher sei.

Schätzungen zufolge gebe es deutschlandweit rund 20 bis 40 Tornados pro Jahr, sagt Klimaforscher Mojib Latif. „Es werden aber nicht alle erfasst, weil sie nur sehr kurz und lokal auftreten.“ In Zeiten der Handykameras werde es aber zunehmend leichter, sich einen Überblick zu verschaffen.

In den kommenden Tagen müssen sich die Menschen im Norden aber erst mal weniger Sorgen machen. „Mit der kälteren Luft hat sich die Wetterlage beruhigt“, sagt Christoph Lerchl, Meteorologe bei der Wetterwelt in Kiel. „Bis zum Wochenende bleiben die Temperaturen unter 20 Grad.“ Aber auch danach sei vorerst keine neue Hitzewelle mit Gewittern zu erwarten – und damit seien auch weitere Tornados unwahrscheinlich.

Zerstörerisches Naturschauspiel

heißen sie in den USA, in unseren Breiten wird das gewaltige Naturphänomen Tornado genannt. Der Deutsche Wetterdienst spricht von einer „Luftsäule mit Bodenkontakt, die um eine mehr oder weniger senkrecht orientierte Achse rotiert“. Solche Wirbelstürme können bei extremen Temperaturunterschieden entstehen, wenn sich große Gewitterwolken über einer Schicht aufgeheizter Luft bilden. Hinzu kommen starke Winde, die mit der Höhe ihre Richtung ändern. Die Kaltluft stürzt von oben herab, eine Warmluft-Säule schraubt sich immer schneller nach oben.

jd

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