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Norddeutschland Über Nacht in der Kita: In Flensburg ist das jetzt möglich
Nachrichten Norddeutschland Über Nacht in der Kita: In Flensburg ist das jetzt möglich
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21:16 04.05.2016
Wiebke Rüdig bringt ihre Töchter Skady-Lee und Lucy-Mae in der Kita noch zu Bett, ehe sie zum Nachtdienst muss.
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Flensburg/Kiel

Lucy-Mae und Skady-Lee haben es sich schon gemütlich gemacht. Gleich wollen sie mit ihren Erzieherinnen Abend essen, spielen und dann noch etwas lesen und CD hören. Die sechs und zehn Jahre alten Mädchen sind die Premieren-Gäste in Schleswig-Holsteins erster Nacht-Kita, der Kita Kapernaum in Flensburg. Ein wenig aufgeregt sind sie schon — vermutlich aber eher wegen der Fotografen und Reporter. Denn ihren Kindergarten kennen die Geschwister schon lange, und dass ihre Mutter nachts arbeiten muss, ist nichts Neues.

Neu ist nur, dass sie jetzt im Kindergarten übernachten können. Nach langer Vorlaufzeit. „Wir überlegen schon seit fünf, sechs Jahren das zu machen“, sagt die Leiterin Christiane Johannsen. Das Flensburger Bündnis für Familie habe damals diskutiert, wie man die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern könne. Ein Wunsch neben mehreren anderen war, in der Kita Kapernaum eine Nachtbetreuung einzurichten. Die Kita ist der Betriebskindergarten des Diako-Krankenhauses. Dass auch Mütter und Väter in einer großen Klinik nachts arbeiten müssen, ist nicht immer zu vermeiden.

Auch Mitarbeiter von Berufsfeuerwehr und Polizei sollen das Angebot bei freien Kapazitäten nutzen können.

Nun ist die Kita Kapernaum die erste in Schleswig- Holstein, die die Erlaubnis für eine Übernachtbetreuung bekommen hat. Nach Angaben des schleswig-holsteinischen Sozialministeriums gibt es zwar noch bei einigen Trägern solche Planungen. Als genehmigte Einrichtung mit einer vollständigen Betreuung über die gesamte Nacht sei nur die Diako in Flensburg bekannt, sagt ein Ministeriumssprecher.

Um die Kinderbetreuung in den Abend- und Nachtstunden auszubauen, hat Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) ein Förderprogramm „Kita Plus“ im Volumen von 100 Millionen Euro aufgelegt. Damit sollen zwischen 2016 und 2018 rund 300 Projekte gefördert werden. Auch die Kita Kapernaum hat sich um Mittel aus dem Programm beworben. „Wir unterstützen Kitas dabei, sich auf wandelnde Bedarfe einzustellen“, sagt Sozialministerium Kristin Alheit (SPD). Ziel sei es, eine gute Balance zwischen gesellschaftlicher Anforderung und den Bedürfnissen von Kindern nach Kontinuität und Stabilität zu finden.

Lucy-Mae und Skady-Lee besuchen normalerweise den Hort der Einrichtung. Ihre Mutter ist alleinerziehend und arbeitet als Schwester in der Klinik für Psychiatrie. „Ich hätte so ein Angebot gut schon vor ein paar Jahren gebrauchen können“, sagt Wiebke Rüdig. Sie musste viel improvisieren, mal sprangen ihre Eltern ein, mal eine Babysitterin. „Aber dann braucht man eigentlich nicht arbeiten zu gehen“, sagt sie mit Blick auf die Kosten für letztere. Die Übernachtung in der Kita wird mit ihrem normalen Betreuungskostensatz verrechnet. Und auch, wenn ihre Kinder schon bald zu groß für die Nacht-Kita sein werden, „ich freue mich für alle, die das Angebot nach mir nutzen können“.

LN

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