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Norddeutschland Überfall von falschen Polizeibeamten
Nachrichten Norddeutschland Überfall von falschen Polizeibeamten
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20:17 23.06.2016
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Witzhave

Zwei falsche Polizisten haben in der Nacht zu gestern einen Autofahrer auf der Autobahn 24 bei Hamburg gestoppt und mit vorgehaltener Waffe beraubt. Der junge Mann war mit seinem Fahrzeug in Fahrtrichtung Schwarzenbek unterwegs, als ihn ein dunkler neuwertiger BMW überholte. Die Fahrer des Wagens signalisierten dem 22-Jährigen, dass er anhalten solle. Dazu benutzen sie ein Leuchtband mit laufenden Buchstaben, das den Schriftzug „Stopp Polizei!“ anzeigte und in der Heckscheibe des Wagens befestigt war. Die Männer lotsten den Fahrer auf einen gesperrten Seitenstreifen zwischen der Autobahnauf- und -abfahrt Witzhave. Dort erklärten sie ihm, dass er zu schnell unterwegs gewesen sei. Dabei trugen sie nur orangefarbene Warnwesten ohne Aufdruck.

Nach einer „kurzen Diskussion“ habe ein Täter eine Pistole gezogen und Geld gefordert, berichtet die Polizei. Der Fahrer gab ihm 80 Euro. Anschließend schoss der Täter unvermittelt zwei Mal in den Wagen des Opfers, wobei er laut den Ermittlern „definitiv“ eine Gaspistole benutzt habe. „Es kommt immer mal wieder vor, dass falsche Polizeibeamte mit einer Kelle versuchen, Geld von Autofahrern zu erpressen. Aber der Aufwand mit dem Leuchtband hat eine neue Dimension“, sagt Jana Maring, Sprecherin vom Landeskriminalamt Kiel. Bisher sind keine weiteren Fälle bekannt.

Der junge Mann erlitt nur leichte Verletzungen. Den falschen Polizisten gelang trotz sofort eingeleiteter Großfahndung die Flucht. Die Kennzeichen des Tatfahrzeugs stammten aus einem Diebstahl. Einer der Täter soll zwischen 25 und 30 Jahre alt sein und zwischen 1,70 und 1,85 Meter groß sein. Er hatte eine schlanke Statur, dunkle, kurze Haare und leicht abstehende Ohren. Er trug vermutlich eine blaue Jeans und einen schwarzen Rundhalspullover. Über den zweiten Täter ist nur bekannt, dass er rund zehn Zentimeter größer ist.

Wer etwas beobachtet hat, kann sich unter der Telefonnummer 04102/8090 an die Kriminalpolizei Ahrensburg wenden. „Wenn jemand in einer solchen Situation besorgt ist, sollte er sich den Dienstausweis der Beamten zeigen lassen“, empfiehlt Maring, „außerdem sollte man nur in hellen und belebten Bereichen anhalten.“

mwe

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