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Überleben mit Pfeil und Bogen

Malente Überleben mit Pfeil und Bogen

In Malente konnten Kinder gestern lernen, wie man in der Natur überlebt. Ein spannender Tag mit vielen nützlichen Informationen.

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Axel (10) übt mit Christian Peter (28) von der Survival-Schule Malente Bogenschießen. Am 2. August von 10 bis 16 Uhr gibt es einen Kurs über Floß- und Bootsbau (www.survival-malente.de).

Quelle: Lutz Roeßler

Malente. Detlef Kamerau (48) war früher mal bei einer Spezialeinheit der Bundeswehr. Was er dort tat, zu Zeiten des kalten Krieges, war so geheim, dass es auch heute noch geheim ist, sagt er. Heute macht Kamerau Survival-Kurse. Auf einer Wiese bei Malente, unter dem dichten Laubdach alter Bäume, hat er seinen Stützpunkt. Kamerau trägt grüne Outdoorkleidung, ist sehr durchtrainiert und wirkt, als könne er problemlos den nächsten Baum erklettern und dort ein Eichhörnchen fangen.

„Okay, Waffenkunde“, sagt Kamerau und blickt die beiden einzigen Kursteilnehmer ernst an. Das sind Axel (10) und Jonathan (13). Sie sind gekommen, um zu lernen, wie man in der Wildnis überlebt. Ein Kurs für Kinder, aber die meisten hatten noch nicht Zeit – in Schleswig-Holstein sind ja bislang keine Ferien. Axel kommt aber aus Arizona und besucht seine Großeltern in Neustadt. Und Jonathan ist aus Niedersachsen, er besucht auch seine Großeltern.

Für die Jungen ist es sehr spannend zu erfahren, wie man einen Bogen baut. Trotz der vielen stechlustigen Mücken, die leider auch da sind. „Diesen Bogen habe ich aus einem Ast gemacht, der schon in Bogenform gewachsen war“, erklärt Kamerau. „Ein super Bogen. Aber nach zwei, drei Wochen ist er gebrochen. Weil das Holz dann trocken war.“ Haltbarer, so der Survival-Experte, sei eine Art von Bogen, die schon in der Steinzeit bekannt war: „Man legt am Griffstück, wo die Hauptbelastung ist, mehrere Zweige übereinander und bindet sie zusammen.“

Aus geraden Stöcken macht man Pfeile, die man am Feuer härten kann, da man dem Holz so die Feuchtigkeit entzieht. „Nie ins Feuer halten“, lautet der Rat an die Jungen. „Dann verkokeln sie. Legt sie in den Sand unter dem Feuer, der wird bis zu 280 Grad heiß.“

Die Jungen verstehen das. Wie man ein Feuer macht, haben sie schon geübt. Mit einem speziellen Zündstahl schlagen sie Funken und entzünden leicht brennbares Material.

Axel und Jonathan lernen auch eine sechszackige Fischharpune kennen. „Immer einige Zentimeter unter den Fisch zielen“, empfiehlt Kamerau. „Durch das Wasser verschiebt sich das Bild vom Fisch nach oben.“

Während man sich Wildschweine gut mit einem Kurzspeer vom Leib halten könne, sei die Keule die beste Waffe gegen Wölfe. Gesetzt den Fall, man hat solche Begegnungen in seinem selbst aus Hölzern in A-Form und Stroh zusammengestellten Unterschlupf.

„Habt ihr Hunger, Jungs?“, fragt der Ausbilder. Jetzt geht es auf die Suche nach essbaren Pflanzen. Sie wachsen direkt neben dem Lager. Die Knoblauchrauke zum Beispiel. Die Schoten enthalten kalorienreiches Senföl. Auch Brennnesseln kann man essen. „Die Unterseite der Blätter brennt nicht“, erklärt Kamerau und rollt die Pflanze von unten zu einer handlichen Kugel. „Die Glashaare auf der Oberseite sind jetzt zerstört, man kann sie in den Mund stecken.“ Axel traut sich und kaut tapfer. In der Wüste Arizonas werde er das wohl nicht brauchen, vermutet er, aber Jonathan will zu Hause alles ausprobieren.

Auch Giersch ist lecker, findet der Überlebens-Meister. Und er hilft gegen Mückenstiche. „Einfach den Stengel durchbrechen und den Saft auf den Stich streichen. Dann juckt es nicht mehr.“

 Marcus Stöcklin

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