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Norddeutschland Ueckermünder Rathaus-Chef nimmt offenbar Crystal Meth
Nachrichten Norddeutschland Ueckermünder Rathaus-Chef nimmt offenbar Crystal Meth
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20:38 27.08.2018
Eine Tüte, deren Inhalt für Konsumenten körperlichen und geistigen Verfall bedeutet. Ein Gramm der Droge Crystal Meth reicht Langzeitabhängigen oft nur einen Tag. (Archivbild) Quelle: Björn Wisker
Ueckermünde

Vergangenen Donnerstag wurde Gerd Walther, pensionierter Bürgermeister von Ueckermünde, zwangsweise in eine geschlossene Klinik eingewiesen. Er soll randaliert haben und lief angeblich nackt durch das Dorf, in dem er wohnt. Laut Polizei war es einer von vielen Vorfällen dieser Art in den vergangenen Monaten.

Walther streitet das ab. Tatsächlich werde er verfolgt, von Polizei, Nachbarn, Ärzten und Gerichten, sagt der 48-Jährige am Telefon. Und schickt das abfotografierte Attest der Klinik per Mail an die OZ. Dem Papier zufolge gab er bei der Aufnahme an, Crystal Meth konsumiert zu haben.

Nach OZ-Informationen handelt es sich bei der Droge, die Polizisten im Mai in seinem Auto fanden, ebenfalls um Crystal Meth.

Das in tschechischen Laboren billig hergestellte Rauschgift ist in Norddeutschland eher selten, meint Willem Hamdorf, Chefarzt der Median-Klinik in Rehna (Landkreis Nordwestmecklenburg), die auf Drogentherapien spezialisiert ist. Abhängige seien oft tagelang wach und völlig überdreht. Der Schlafanzug erhöhe die Gefahr von Psychosen. Das Gefühl, von allen verfolgt zu werden, sei typisch bei Crystal-Meth-Abhängigen.

Die Stadt Ueckermünde entscheidet Ende September, ob Walther vorzeitig in den Ruhestand versetzt wird. Offiziell endet seine Amtszeit 2020.

Kleine Wördemann Gerald