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Norddeutschland Umfrage: AfD im Nordosten wird zur drittstärksten Partei
Nachrichten Norddeutschland Umfrage: AfD im Nordosten wird zur drittstärksten Partei
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20:06 18.08.2016
Quelle: dpa

Wechsel in der politischen Stimmungslage Mecklenburg-Vorpommerns: Zwei Wochen vor der Landtagswahl am 4. September hat die SPD die CDU an der Spitze der Wählergunst überholt. Sie käme auf 26 Prozent der Stimmen, die CDU nur noch auf 23. Die Alternative für Deutschland (AfD) liegt als drittstärkste Kraft stabil bei 19 Prozent, gefolgt von der Linken mit 16 Prozent. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Forschungsinstitiuts Infratest-Dimap im Auftrag von Ostsee-Zeitung, NDR, Schweriner Volkszeitung und Nordkurier.

In Schleswig-Holstein bereitet den etablierten Parteien in erster Linie das starke Umfrageergebnis für die AfD Sorge. Denn der nächste Urnengang steht bald vor der Tür: Im nördlichsten Bundesland wird am 7. Mai 2017 ein neuer Landtag gewählt.

Die Wähler im Nordosten sind mit ihrer derzeitigen Regierung offenbar zufrieden. Mit zusammen 49 Prozent der Stimmen könnten SPD und CDU ihre Koalition fortsetzen. 54 Prozent der Befragten sind mit der Schweriner Landesregierung zufrieden oder sehr zufrieden. Beliebstester Politiker bleibt laut Umfrage Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). 77 Prozent der Befragten bezeichnen ihre persönliche wirtschaftliche Situation als gut oder sehr gut, ein beachtlicher Wert. Beherrschendes Thema im Wahlkampf ist erwartungsgemäß die Flüchtlingspolitik. Im Nordosten herrsche derzeit „keine Wechselstimmung“, sagt Parteienforscher Martin Koschkar von der Uni Rostock.

Ungeachtet dessen hält die AfD ihre Position für ausbaubar. Ziel sei es weiterhin, stärkste Kraft zu werden, sagt Landessprecher Leif-Erik Holm – eine Regierungsbeteiligung nicht ausgeschlossen. Die SPD werde „um jede einzelne Stimme kämpfen“, kontert Sellering. Ziel sei es, wieder stärkste Kraft zu werden. Die Grünen würden der Umfrage zufolge mit sechs Prozent wieder in den Schweriner Landtag einziehen. FDP und rechtsextreme NPD würden dagegen mit jeweils drei Prozent scheitern.

Die Aussichten, dass Sellering Ministerpräsident bleibt und die SPD die Regierung führt, seien gut, kommentierte Schleswig-Holsteins SPD-Landeschef Ralf Stegner die Zahlen mit Genugtuung. Es müsse aber weiter dafür gekämpft werden, dass die Rechtspopulisten „nicht so stark werden wie in den Umfragewerten“.

Hans-Jörn Arp, parlamentarischer Geschäftsführer der Kieler CDU-Landtagsfraktion, kündigt an, die AfD im Wahlkampf „mit allen demokratischen Mitteln zu stellen, damit sie so wenig Stimmen wie möglich erhält“. Grünen-Fraktionschefin Eka von Kalben sagt: „Wir werden alles dafür tun, den Einzug der AfD in den nächsten Kieler Landtag zu verhindern.“

FDP-Vormann Wolfgang Kubicki sieht die Lage entspannter. Er prognostiziert, dass das Ergebnis für die AfD in Schleswig-Holstein in neun Monaten „deutlich geringer ausfällt als in ostdeutschen Ländern, in denen es immer noch Menschen gibt, die sich als Wendeverlierer sehen“.

Der Landesverband der AfD Schleswig-Holstein war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Von Frank Pubantz
und Curd Tönnemann

2011 lag die SPD vorne

Mecklenburg-Vorpommern wählt am 4. September. Bei der letzten Wahl 2011 erreichte die SPD 35,6 Prozent der Stimmen, die CDU kam auf 23,0 Prozent. Die Linke holte 18,4 Prozent, die Grünen lagen bei 8,7, die NPD bei 6,0 Prozent. Am 7. Mai 2017 wählt Schleswig-Holstein einen neuen Landtag.

Sonntagsfrage Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern Quelle: infratest dimap
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