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Norddeutschland Umstellung auf G 9: Wer zahlt die Rechnung?
Nachrichten Norddeutschland Umstellung auf G 9: Wer zahlt die Rechnung?
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22:54 06.12.2017
Ab 2026 soll es an den Gymnasien wieder eine 13. Jahrgangsstufe geben. Quelle: Armin Weigel/dpa
Kiel

Dabei ist die Ausgangslage eigentlich klar: Im Jahr 2026 werden die bisherigen G-8-Gymnasien im Land eine zusätzliche, 13. Klassenstufe beherbergen. Die kommunalen Spitzenverbände rechnen zudem damit, dass schon im kommenden Sommer mehr Schüler an die Gymnasien drängen, die sonst wegen des dort auch bisher angebotenen G-9-Abis die Gemeinschaftsschule gewählt hätten. Die Räume, die 2016 durch den Wechsel zu G 8 frei geworden sind, seien mittlerweile alle belegt – durch steigende Schülerzahlen und ebenfalls vom Land festgelegte Zusatzangebote im Zuge der Ganztagsbetreuung oder der Inklusion etwa.

Man erkenne die Konnexität – also die Pflicht des Landes, durch seine Gesetze verursachte Kosten der Kommunen zu übernehmen – ja grundsätzlich an, sagt jetzt der CDU-Bildungspolitiker Tobias Loose auf einer gemeinsamen Jamaika-Pressekonferenz. Allerdings schränkt seine FDP-Kollegin Anita Klahn sofort ein: Es werde Gelder nur geben, „wenn nachgewiesen wird“, dass der zusätzliche Bedarf auch wirklich durch die Rückkehr zu G 9 ausgelöst worden ist. Im Zweifel könnten die Gymnasien und Schulträger in den nächsten Jahren zusätzliche Bewerber fürs Gymnasium ja auch erst einmal ablehnen oder sie in Gemeinschaftsschulen unterrichten, wenn dort entsprechende Kapazitäten frei werden würden. Man hoffe zudem, dass durch die neuen Schulartempfehlung ohnehin nur noch Schüler aufs Gymnasium kämen, die den Anforderungen dort auch gewachsen seien, sagt Loose. Das würde den Druck seiner Ansicht nach weiter mindern. Das wiederum behagte der Grünen-Bildungspolitikerin Ines Strehlau erkennbar nicht. Allerdings konnte auch sie nur auf ein „Spitzengespräch“ mit den kommunalen Landesverbänden im Januar verweisen.

Klar ist bislang nur: Die zweite Fremdsprache soll bei G 9 wieder erst ab Klasse 7 gelernt werden, nicht schon ab Klasse 6. Jedes Gymnasium bekommt wegen der Umstellung zwei Jahre lang eine halbe Lehrerstelle extra, danach vier Jahre lang eine viertel Stelle. In Klasse 5 bis 7 soll es pro Jahrgang eine Stunde extra für die Nachmittagsbetreuung geben. Kritik kommt von der SPD-Opposition: „Die Jamaika-Koalition ist sechs Monate im Amt, hat aber noch immer keinen Plan“, sagt deren Bildungspolitiker Kai Vogel. Sie habe sich offensichtlich noch nicht einmal Gedanken gemacht, was die verordnete Rückkehr zu G 9 an Belastungen für die Schulträger bedeute.

 Von Wolfram Hammer

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