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Umweltbundesamt: Alte Diesel-Autos sollen am Stadtrand parken

Lübeck/Berlin Umweltbundesamt: Alte Diesel-Autos sollen am Stadtrand parken

Die Luft in unseren Städten ist stark mit Stickstoffdioxid belastet - deshalb  soll eine neue Plakette für Umweltzonen eingeführt werden, die nur noch Diesel-Pkw ab Schadstoffklasse Euro 6 zulässt. CDU und FDP kritisieren die  "Verbotsmentalität".

Schlechte Zeiten für Diesel-Fahrer: Das Umweltbundesamt (UBA) will alte Diesel-Autos aus Innenstädten verbannen.

Quelle: dpa

Lübeck/Berlin. Schlechte Zeiten für Diesel-Fahrer: Das Umweltbundesamt (UBA) will alte Diesel-Autos aus Innenstädten verbannen. Hintergrund ist die schlechte Luftqualität. Im vergangenen Jahr waren an mehr als 60 Prozent aller innerstädtischen Messstellen Stickstoffdioxidbelastungen  über dem zulässigen EU-Grenzwert festgestellt worden. In vielen Fällen war dieser sogar um mehr als das Doppelte überschritten worden. Zu hohe Werte können Asthma, Atemnot und Bronchitis auslösen.

Um das Klima und auch die Gesundheit der Bürger besser zu schützen, braucht es eine verkehrspolitische Zäsur“, sagt UBA-Chefin Maria Krautzberger, die in den 90er Jahren Umweltsenatorin in Lübeck war. Ändere sich nichts am Umgang der Kommunen mit Dieselfahrzeugen und auch Benzinern, werde die gesundheitsschädliche Luftbelastung erst in 10 bis 15 Jahren spürbar sinken, erläutert die Präsidentin von Deutschlands zentraler Umweltbehörde in Dessau. Sie fordert die Einführung einer neuen Plakette für Umweltzonen, die nur noch Diesel-Pkw ab Schadstoffklasse Euro 6 zulässt. Bisher sind alle Bereiche mit einer grünen Plakette befahrbar, die die Schadstoffklassen Euro 4, 5, 6 sowie 3 mit Partikelfilter umfasst.

CDU-Verkehrsexperte Hans-Jörn Arp glaubt nicht, dass „diese Verbotsmentalität zum Ziel führt“. Das eigentliche Problem sei, dass die meisten Städte in Deutschland keine intelligenten Park-and-Ride Systeme hätten. Mit einem guten Angebot könne es gelingen, den Individualverkehr aus den Städten herauszuhalten. Da habe gerade Schleswig-Holstein Nachholbedarf, so Arp. Beim KFZ- Gewerbeverband in Schleswig-Holstein ist man sehr für umweltverträgliche Fahrzeuge, betont Martin Seydell. Er warnt allerdings davor, den Diesel zu verteufeln. „Ein Dieselmotor ist zehn bis zwanzig Prozent effizienter als ein Benziner. Das ist eine verdammt gute Sache“, sagt er. Für die FDP nennt Christopher Vogt die Forderungen des UBA „weder neu noch zielführend“. Im Flächenland Schleswig- Holstein wären Insellösungen der Städte mobilitätsfeindlich.

Umweltminister Robert Habeck (Grüne) bezeichnet die Energiewende im Verkehrsbereich als „dringend überfällig“. Eine Verkehrswende würde die Gesundheit vieler Stadtbewohner fördern und den Klimaschutz voranbringen. Lübecks Umweltsenator Bernd Möller (Grüne) sagt, aus Sicht des Gesundheitsschutzes sei jede Maßnahme zu begrüßen, die die Emissionen weiter reduziere. Zu den Gebieten mit der höchsten Belastung gehören die Landshuter Allee in München und das Neckartor in Stuttgart. In Schleswig-Holstein wurde 2014 der Jahresmittelwert für Stickstoffdioxid von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft<NO>lediglich in Norderstedt (Ohechaussee) und Kiel (Theodor-Heuss-Ring) überschritten.

Maria Krautzberger wiederholte gestern den Vorschlag, den derzeit um 18,4 Cent pro Liter geringeren Steuersatz für Diesel dem für Benzin anzupassen. Denn dadurch werde ausgerechnet eine besonders schadstoffhaltige Antriebsart öffentlich gefördert. Sie spricht sich auch für ein Tempolimit von 30 km/h in den Innenstädten aus.

Julia Paulat

Hintergrund: Wegen der hohen Belastung durch Feinstaub und Stickstoffdioxid in den Städten wurden seit 1. Januar 2008 Umweltzonen eingerichtet, so etwa in Berlin, Köln und Hannover. Diese dürfen nur mit einer gültigen Umweltplakette befahren werden. Welche Plakette ein Auto bekommt, hängt von der Schadstoffgruppe ab. Diese ist durch Fahr zeug art, Antriebsart und Emissionsschlüsselnummer zu ermitteln. Mit der grünen Plakette dürfen alle Umweltzonen ohne Einschränkung befahren werden. Die meisten Umweltzonen befinden sich in Nordrhein-Westfalen sowie in Baden-Württemberg.

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