Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Unternehmer sollten zeitig einen Nachfolger suchen
Nachrichten Norddeutschland Unternehmer sollten zeitig einen Nachfolger suchen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:57 20.09.2017
Anzeige
Lübeck

„Es ist ein Thema, das nicht sexy ist“, sagt Michael König, Direktor und Leiter des Privatbankenschäftes bei der Niederlassung Nord- West der Hypovereinsbank. „Und es ist ein höchst sensibles Thema“, fügt der Banker hinzu. „Oftmals wird zu lange gewartet, um die Unternehmensnachfolge anzugehen“, berichtet König. „Eine gute Kommunikation ist unabdingbar“, sagt Christian Müller, Direktor und Leiter des Schleswig-Holsteinischen Firmenkundengeschäftes der Hypovereinsbank. Eine ungeklärte Nachfolgesituation könne sich schnell negativ auswirken.

Sorgen sich um die Firmen: Christian Müller (l.) und Michael König von der Hypovereinsbank. Quelle: Foto: Jacob

Gestern haben Müller und König Zahlen vorgelegt, die die Situation als zum Teil dramatisch belegten. Laut einer Statistik des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) liege das Durchschnittsalter deutscher Unternehmer bei 51 Jahren. Mehr als 1,3 Millionen Unternehmer seien 55 Jahre oder älter. „Das Verhältnis von übergabereifen Unternehmen und potenziellen Nachfolgern hat sich in den vergangenen Jahren nahezu umgekehrt“, betont Müller. „Die Nachfolgeplanung wird deshalb zu einer zentralen Herausforderung“, sagt der Banker, der zu einer frühzeitigen Zusammenkunft von Unternehmer, Steuerbeater und Bank rät. „Wir beobachten eine zunehmende Nachfrage nach individuellen Nachfolgelösungen über alle Branchen hinweg“, sagt Müller. „Besonders wichtig dabei sind eine aktive Begleitung und Koordinierung durch Spezialisten sowie eine langfristige Sicherung des Vermögens.“

Etwa 50 Prozent mittelständischer Unternehmen werden innerhalb der Familie übergeben. Dabei werde der Restruktuierungsbedarf häufig unterschätzt. Die präventive Aktion der Bank hat noch einen anderen Grund: „Viele Unternehmer befinden sich in einem fortgeschrittenen Alter. Und da möchten wir als geldgebendes Kreditinstitut natürlich auch wissen, wie es um die Zukunft des Unternehmens bestellt ist“, erklärt Müller. „Ungelöste Unternehmensnachfolgen bedrohen die Wirtschaftskraft.“ Bei Verkäufen an Dritte, die ihren Sitz woanders haben, könne die Region geschwächt werden.

Laut Institut für Mittelstandsforschung stehen im Zeitraum von 2014 bis 2018 in Deutschland 135000 Familienunternehmen zur Übergabe an. Bundesweit seien etwa zwei Millionen Arbeitsplätze betroffen, in Schleswig-Holstein liege die Zahl der zur Übergabe anstehender Unternehmen bei 4800. Nach einer Schätzung der Hypovereinsbank sind allein in der Region Lübeck bis 2025 etwa 114000 Arbeitsplätze betroffen.

jac

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

. Nach dem tödlichen Unglück an einer Schleuse im Landkreis Uelzen geht die Polizei davon aus, dass der Kapitän wegen gesundheitlicher Probleme gestorben ist.

20.09.2017

. Gut zwei Jahre nach dem Fischsterben bei Anklam hat das Amtsgericht Pasewalk (Kreis Vorpommern-Greifswald) den ersten Prozess anberaumt. Vom 2. November an sollen sich drei Männer aus dem Bioethanolwerk wegen Verdachts der fahrlässigen Gewässerverunreinigung verantworten.

20.09.2017

. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) will nach ihrer ersten Russlandreise neben Wirtschaftskontakten auch den Austausch in Wissenschaft und Kultur vorantreiben.

20.09.2017
Anzeige