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Norddeutschland Urteil im Mordfall: Zwei Jahre auf Bewährung für Ostholsteiner
Nachrichten Norddeutschland Urteil im Mordfall: Zwei Jahre auf Bewährung für Ostholsteiner
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13:25 19.01.2017
Wegen Mordes an einer Rentnerin vor fast 35 Jahren hat das Landgericht Flensburg einen Familienvater zu zwei Jahren Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt Quelle: Carsten Rehder/dpa
Flensburg

Wegen Mordes hat das Landgericht Flensburg einen Familienvater an einer Rentnerin vor 35 Jahren zu zwei Jahren Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt. „Er verschloss ihre Atemwege auch dann noch, als sie bereits in Ohnmacht gefallen war und würgte“, sagte die Vorsitzende Richterin Birte Babener am Donnerstag zu der brutalen Tat.

Die Kammer ist davon überzeugt, dass er die damals 73-jährige Frau 1982 in ihrer Schleswiger Wohnung bestohlen und mit einem Kissen erstickt hatte. Da er zur Tatzeit aber erst 17 Jahre alt war, konnte nur Jugendstrafrecht gegen den heute 52-Jährigen angewandt werden. Und da er für eine andere Tötung 1986 bereits zu acht Jahren Jugendstrafe verurteilt worden war, blieben der Kammer nur noch zwei Jahre - das Jugendrecht erlaubt maximal zehn Jahre Haft.

Der Fall: 1982 war die 73-jährige Erna Ganz in Schleswig in ihrer Wohnung beraubt und erstickt worden. Die Polizei konnte den Fall nicht aufklären. Erst 2012 wurden mit neuen Methoden DNA-Spuren an alten Beweisstücken nachgewiesen.

Bei einer Reihen-DNA-Untersuchung gaben mehr als 1200 Personen Speichelproben ab. Auch die Fernsehsendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ berichtete 2014 über den Fall. Im Juli 2016 sollte der Tatverdächtige eine Speichelprobe abgeben. Der Mann willigte zunächst ein, tauchte aber unter. Er wurde in Saarbrücken festgenommen.

Der Mann räumte den Raubmord ein. Sexuellen Missbrauch bestritt er - obwohl die Ermittler eine Spermaspur von ihm fanden. Er hatte zum Tatzeitpunkt im selben Haus wie die Frau gewohnt. Beim Durchwühlen der Schränke habe sie ihn erwischt, sagte der Tatverdächtige.

dpa

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