Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Fahrdienst-Angebote machen Taxis im Norden Konkurrenz
Nachrichten Norddeutschland Fahrdienst-Angebote machen Taxis im Norden Konkurrenz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:49 15.04.2019
Mit solchen E-Bussen fährt Moia künftig durch Hamburg. Quelle: dpa
Lübeck/Hamburg

Das Sammeltaxi Moia hat am Montag in Hamburg offiziell seinen Betrieb mit 100 elektrisch angetriebenen Kleinbussen aufgenommen. Die Fahrzeuge von Volkswagens Mobilitätstochter starten, wenn Kunden sie über eine App buchen. Diese teilt neben dem Fahrpreis den nächstgelegenen Haltepunkt für das Sammeltaxi mit, der höchstens 150 Meter vom Standort des Kunden entfernt sein soll. Während der Fahrt können andere Passagiere aus- und zusteigen, die eine ähnliche Strecke zurücklegen wollen. Weitere Städte sollen folgen.

Moia ging im Sommer 2018 zunächst in Hannover an den Start und breitete dort sein Geschäftsgebiet von zunächst 90 auf inzwischen 204 Quadratkilometer aus. In Hamburg beginnt die VW-Tochter bei 200 Quadratkilometern und will bis zum Ende des Jahres bei 300 Quadratkilometern und dann etwa 500 Fahrzeugen sein. „Wir sind ein Sharing-Dienst für Städte“, stellt Moia-Sprecher Christoph Ziegenmeyer klar. Wann folgen Lübeck oder Kiel? „Einen genauen Zeitplan für eine Expansion gibt es noch nicht. Wir sind aber mit vielen Städten im Gespräch“, sagt Ziegenmeyer. Namen möchte er allerdings noch nicht nennen.

Moia will an ÖPNV andocken

Bei der Wahl neuer Standorte würden laut Moia viele unterschiedliche Faktoren und Rahmenbedingen eine Rolle spielen. Zum einen natürlich die Größe der Stadt, aber auch ob es bereits einen guten Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) oder andere gut funktionierende Fahrdienste gibt, an die sich Moia andocken könnte.

Neue Arbeitsplätze

Bis zum 12 Mai kostet jede Fahrt bei Moia in Hamburg fünf Euro, im Anschluss soll der Fahrpreis im Durchschnitt bei sechs bis sieben Euro je Fahrt liegen. Moia will an Werktagen von 5 Uhr morgens bis 1 Uhr nachts fahren, an Wochenenden und Feiertagen durchgehend. Bis zum Jahresende 2019 will Moia in Hamburg 1000 Mitarbeiter beschäftigen.

Uber pausiert im Norden

Da wäre zum Beispiel Uber. Der US-Dienstleister, der Fahrgäste an Mietwagen mit Fahrer vermittelt, ist inzwischen schon in fünf deutschen Metropolregionen verfügbar. In Hamburg pausiert das Geschäft allerdings, nachdem sich die Firma 2015 nach einem juristischen Hickhack aus der Hansestadt zurückgezogen hatte. Inzwischen ist die Metropolregion für eine Expansion aber wohl wieder in den Fokus gerückt. Allerdings: „Pläne für Lübeck gibt es derzeit nicht“, sagte ein Sprecher den LN.

Kritik vom Taxiverband

Moia, Uber & Co: Thomas Krotz sind sie ein Dorn im Auge. Der Vorsitzende des Landesverbands für das Taxi- und Mietwagengewerbe Schleswig-Holstein kritisiert, dass der Gesetzgeber den Verkehrsmarkt für die freie Marktwirtschaft öffnet. „Der Taxitarif und die Beförderungspflicht sind die kongenialen Säulen in einem Gefüge, dass sich über Jahre bewährt hat“, betont er. Krotz sieht das Taxigewerbe als „Kollateralschaden“ im Wettrennen um mehr Marktanteile für private Anbieter – und die flächendeckende Mobilität vor allem im ländlichen Raum gefährdet. „In dem Moment wo eine Konkurrenzsituation zum Großraum-ÖPNV geschaffen wird, wird dieser schwächer. Ich glaube nicht, dass sich die Politik durch die Liberalisierung einen Gefallen tut“, sagt Krotz.

Steigendes Interesse an Lümo

In Lübeck bietet der Stadtverkehr in Zusammenarbeit mit Clevershuttle bereits den Lübecker Nacht-Shuttle Lümo, der über eine App bestellt werden kann, an. Anders als Moia ist Lümo aber nur freitags, sonnabends und an Feiertagen zwischen 23 und 5 Uhr verfügbar. „Wir verzeichnen ein gestiegenes Interesse an dem Angebot“, erklärt Stadtverkehr-Sprecherin Gerlinde Zielke. Nach dem Start im Februar 2018 hatten sich nach einem halben Jahr bereits 400 Nutzer registriert, inzwischen seinen es 850. Im vergangenen Monat nutzen 200 Fahrgäste das Angebot an den fünf Wochenenden.

Jan Wulf

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das war eine folgenreiche Schwarzfahrt: Die Bundespolizei hat in Neumünster eine Frau kontrolliert, die zuvor ohne Fahrschein unterwegs war. Dabei stellten die Beamten fest, dass gegen die Frau ein Haftbefehl vorlag. Sie musste eine Haftstrafe in der JVA Lübeck antreten.

15.04.2019

Im ägyptischen Urlaubsort Hurghada wurde die beste Meerjungfrau der Welt gesucht. Kriterien waren Streckentauchen, Posen für einen Fotografen unter Wasser – und die künstlerische Gestaltung der Flosse.

16.04.2019

Erstmals sind in Nordwestmecklenburg Nandus geschossen worden. Von Januar bis März seien 17 Tiere, vor allem Hähne, getötet worden, sagte der Schweriner Umweltminister Till Backhaus (SPD).

15.04.2019