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Norddeutschland Vater, zwei Söhne und Collie zwölf Stunden in Seenot
Nachrichten Norddeutschland Vater, zwei Söhne und Collie zwölf Stunden in Seenot
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18:23 10.06.2017
Seenotretter schleppten gestern den gekenterten Katamaran in den Hafen von Kröslin. Die Besatzung war da bereits in Sicherheit. Quelle: Foto: Dgzrs
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Freest

Dramatische Situation in der Nacht zu gestern auf der Ostsee vor der Insel Usedom: Ein Katamaran ist gekentert – ein Vater aus Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern) mit seinen beiden Söhnen in Seenot. Auch der Border-Collie der Familie hat sich auf das gekenterte Boot retten können. Doch Hilfe ist zunächst nicht in Sicht – die Segler müssen rund zwölf Stunden darauf warten.

„Gegen 20.30 Uhr am Freitagabend war das acht Meter lange Boot in der Nähe des Freesendorfer Hakens zwischen Peenemünde und Lubmin gekentert“, schildert Christian Stipeldey, Sprecher des Seenotrettungsdienstes DGzRS. Er zitiert einen der Verunglückten: „Wir sahen ein aufziehendes Gewitter und wollten in einem Moment der Windstille das Segel reffen. Es dauerte keine Minute, da brachen mehrere Sturmböen über uns herein und warfen unseren Katamaran um.“

Dem 55-jährigen Vater und seinem 23 Jahre alten Sohn gelang es als Erstes, unter dem gekenterten Katamaran wieder aufzutauchen. Kurz darauf folgten der 20 Jahre alte Sohn und der Border-Collie der Familie aus der Nähe von Neubrandenburg. Die drei Segler waren lediglich mit T-Shirts und kurzen Hosen bekleidet. „Wir haben es geschafft, bei etwa anderthalb Metern Seegang auf das gekenterte Boot zu klettern. Eine Reisetasche trieb auf mit einem Pullover, zwei Jacken und einem Schlafsack. Damit haben wir uns notdürftig zugedeckt“, schilderte der 23-Jährige.

Die mitgeführten Seenotsignalmittel und das Mobiltelefon hingegen waren verloren. Die Segler versuchten, mit Signalpfeifen auf sich aufmerksam zu machen – vergeblich. Erst gegen 7.30 Uhr am Sonnabendmorgen entdeckte die Besatzung einer Segelyacht die Schiffbrüchigen in der Nähe der Knaackrückenrinne an der Mündung des Peenestroms. Sie alarmierte über den internationalen Sprechfunk-Notrufkanal 16 die Seenotretter. Wegen des eigenen Tiefgangs konnte die Segelyacht nicht näher an die Schiffbrüchigen heranfahren.

Das Seenotrettungsboot „Heinz Orth“ von der DGzRS-Station in Freest (Usedom) traf als erste Rettungseinheit vor Ort ein. Die Freiwilligen-Besatzung barg die unterkühlten und übermüdeten Segler und übergab sie zur medizinischen Versorgung an den wenige Minuten später eintreffenden Seenotrettungskreuzer „Eugen“ von der DGzRS-Station Greifswalder Oie. Die Besatzung der „Eugen“ teilte warme Getränke und trockene Kleidung an die Schiffbrüchigen aus.

Die Seenotretter riefen Notarzt und Rettungswagen in den Fischereihafen von Freest. Im Freester Stationsgebäude der Seenotretter wurden die Schiffbrüchigen durch den Landrettungsdienst versorgt.

Allen dreien geht es den Umständen entsprechend gut. Glücklich nahm die Mutter der Familie ihren Mann und die beiden Söhne in Empfang. Die „Heinz Orth“ schleppte den gekenterten Katamaran nach Kröslin (Landkreis Vorpommern-Greifswald).

Der Familie gehe es den Umständen entsprechend gut, erklärte Stipeldey den LN. Der Vater sei auch gestern noch sehr geschwächt gewesen, befinde sich aber auf dem Weg der Besserung.

LN

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