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Norddeutschland Verband: Verkäufer arbeiten gerne am Sonntag
Nachrichten Norddeutschland Verband: Verkäufer arbeiten gerne am Sonntag
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20:42 16.11.2016
Wird dieses Hinweisschild künftig an Sonntagen seltener zu sehen sein? FOTO: FRANK RUMPENHORST/DPA
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Kiel/Berlin

Die Einzelhändler in Deutschland haben ein Problem. Es heißt Internethandel. 52 Prozent ihrer Elektrogeräte beziehen Verbraucher inzwischen übers Internet und den Versandhandel. Bei Textilien und Schuhen liegt der Anteil bereits bei 43 Prozent. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Handelsverbands Deutschland (HDE) ergeben.

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Kontroverse Diskussion um Ausweitung der Ladenöffnungszeiten.

Für den HDE ist das ein Warnsignal. Beim Handelskongress in Berlin machte HDE-Präsident Josef Sanktjohanser deshalb folgende Rechnung auf: Mehr Sonntagsöffnung bedeute höheren Umsatz, sicherere Arbeitsplätze sowieso, attraktivere Innenstädte. Tatsächlich ist die HDE-Forderung nach satten zehn Sonntagsöffnungen im Jahr eine Replik auf das Vorgehen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Sie beklagt in NRW und Baden-Württemberg die alte Regelung zur Sonntagsöffnung.

Dierk Böckenholt (Handelsverband Nord) hält die Gewerkschaftsklage, Sonntagsöffnungen seien bei Angestellten ungeliebt, für eine Mär. „Unsere Einzelhändler haben keine Probleme, am Sonntag ausreichend Personal zu finden.“ Die meisten Beschäftigten freuten sich über die Extrazuschläge.

Das Wirtschaftsministerium lehnt eine Ausweitung der Öffnungszeit ab. „Schleswig-Holstein hat über die Regelungen des Ladenöffnungszeitengesetzes hinaus bereits mit der Bäderverordnung weitaus mehr Möglichkeiten für eine Sonntagsöffnung als andere Bundesländer“, sagt Sprecher Harald Haase. Fraglich sei zudem, ob die Rechtsprechung den Weg mitgehen würde, verkaufsoffene Sonntage nicht mehr an bestimmte Anlässe zu binden. ctö

Einzelhändler in Not: Der Kunde muss mehr König werden!

Zehn Mal im Jahr auf Einkaufsbummel am Sonntag – das mag verlockend klingen. Aber nein, das brauchen wir genauso wenig wie Supermärkte, die bis Mitternacht geöffnet haben. In den Badeorten an der Küste, wo die Gäste ihr Geld freiwillig hintragen, gilt ohnehin eine viel großzügigere Sonntagsöffnung.

Der Sonntag muss etwas Besonderes bleiben, die Sonntagsöffnung übrigens auch. Ansonsten geht der Charakter des Tages verloren: Ausruhen von der Hektik des Alltags, Zeit für die Familie.

Der Sonntag würde beliebig. Einige Beschäftigte müssen sowieso schon heute sonntags arbeiten.

Dem stationären Handel macht das Online-Geschäft zu schaffen. Das stimmt. Doch ein paar verkaufsoffene Sonntage mehr machen Innenstädte nicht attraktiver. Händler sollten mit dem punkten, was das Internet nicht bietet: persönliche Beratung. Noch immer halten manche Verkäuferinnen einen privaten Schwatz für wichtiger als das Gespräch mit dem Kunden. Der Kunde sollte König sein! Der Branche würde da ein in diesen Tagen so ungeliebter Blick über den Großen Teich helfen. Die USA zeigen, was Service bedeutet.

LN

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