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Norddeutschland Verdi: An Heiligabend auf Einkauf verzichten
Nachrichten Norddeutschland Verdi: An Heiligabend auf Einkauf verzichten
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06:18 07.11.2017
Lübeck

Die Milch vergessen? Oder den geräucherten Fisch fürs Frühstück am ersten Weihnachtstag? Manche würden sicher gerne die Chance nutzen, am 24. Dezember morgens frische Lebensmittel für die Feiertage einzukaufen. Stefanie Nutzenberger vom Verdi-Bundesvorstand nennt die Idee einer Sonntagsöffnung an Heiligabend dagegen „zynisch“. Die Beschäftigten im Einzelhandel wollten sich wie alle anderen auch auf das Weihnachtsfest vorbereiten und mit ihren Familien feiern. Frank Schischefsky, der Verdi-Sprecher im Norden, berichtet aber von sehr positiven Signalen. „Wir haben mit vielen Unternehmen gesprochen. Ich weiß von niemandem, der Heiligabend öffnen will. Das ist mit Rücksicht auf die Beschäftigten ein deutlicher Fingerzeig in die richtige Richtung“, erklärte Schischefsky.

Doch noch ist unklar, wie viele Geschäfte aufmachen. „Wir werden die Edeka-Märkte, Edeka-Center und Marktkauf-Häuser, die wir in Eigenregie führen, nicht öffnen, da wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gerne ein entspanntes ruhiges Weihnachtsfest ermöglichen möchten und unsere Kunden ja auch eine volle Woche vor dem Fest Zeit für die Weihnachtseinkäufe haben“, sagt Rabea Schwarz von Edeka Nord. Die Mehrzahl der Edeka-Märkte werde aber aufgrund der genossenschaftlichen Struktur von selbstständigen Kaufleuten geführt. „Diese entscheiden eigenständig über ihre Öffnungszeiten“, sagt die Sprecherin. Ähnlich ist es bei den Rewe- und Penny-Märkten. Die zentral geführten Märkte bleiben geschlossen, die von selbstständigen Kaufleuten betriebenen Märkte können selbst entscheiden, erklärt ein Sprecher des Kölner Handelskonzerns.

„Verbraucher sollten sich vorab beim Händler ihres Vertrauens informieren, ob er öffnet“, sagt Dierk Böckenholt, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Nord, der 31 000 Unternehmen in Schleswig- Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern vertritt. „Die Unternehmen gehen damit unterschiedlich um. Wir als Verband sprechen keine Empfehlung aus.“

Die Nordkirche sieht die Diskussion sieben Wochen vor Weihnachten gelassen. „Nur die wenigsten Geschäfte im Land werden ausnahmsweise geöffnet sein, und auch das längstens bis 14 Uhr“, sagt Sprecher Stefan Döbler. „Klar, das ist eine besondere Feiertagskonstellation in diesem Jahr. Aber wir alle werden doch versuchen, uns rechtzeitig darauf einzustellen, auch mit unseren Einkäufen. Wer im Einzelhandel arbeitet, wird nach einer harten Arbeitswoche froh sein, die Ladentür am vierten Adventssonntag spätestens um 14 Uhr zuzuschließen, um sich dem Heiligabend und der Familie zu widmen, damit es für alle ein schönes Weihnachtsfest werden kann“, erklärt der Sprecher der Nordkirche.

Die Gesetzeslage

Im Gesetz über die Ladenöffnungszeiten in Schleswig-Holstein, das der Landtag am 1. Dezember 2006 verabschiedete, heißt es: „Fällt der 24. Dezember auf einen Sonntag, dürfen (...) Verkaufsstellen bis 14 Uhr geöffnet sein, die (...) überwiegend Lebens- und Genussmittel (...) und Weihnachtsbäume feilhalten.“ In Schleswig-Holstein dürfen die entsprechenden Märkte vier Stunden öffnen, in Mecklenburg-Vorpommern dagegen nur drei Stunden.

 Christian Risch

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