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Verendete Pottwale drohen zu explodieren

Wangerooge Verendete Pottwale drohen zu explodieren

Der Fundort wurde inzwischen abgesperrt. Durch den Verwesungsprozess seien die Kadaver stark aufgegast, sagte Mathias Heckroth von der Natur- und Forschungsgemeinschaft Mellumrat. „Die Kadaver können deshalb platzen.“

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Die Pottwale von Wangerooge könnten platzen.

Quelle: Peter Kuchenbuch-Hanken/dpa

Wangerooge. Die am Strand der Nordseeinsel Wangerooge angespülten toten Pottwale werden auf jeden Fall aufs Festland gebracht. Dort muss das Fleisch von den Kadavern genommen werden, dann werden die Tiere präpariert und die Skelette wieder perfekt zusammengefügt. Das sagte Wangerooges Bürgermeister Dirk Lindner am Montag. Die Chancen stünden gut, dass eines der Skelette wieder auf die Insel komme.

Die beiden Pottwale sind am Freitag tot auf einer Sandbank am Ostzipfel der Nordseeinsel Wangerooge angeschwemmt worden. Nun liegen die dunkelgrauen Kolosse in einem dünnen Rinnsal aus Nordseewasser. Die dicke Haut der Wale schrumpelt, im Bauch der toten Meeressäuger sammeln sich langsam Verwesungsgase.

Am Tag nach dem Fund strömten bei strahlendem Sonnenschein und milden Temperaturen Touristen, aber auch Inselbewohner zur Fundstelle, die außerhalb der Deiche liegt und zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer gehört. Auch Niedersachsens Umweltstaatssekretärin Almut Kottwitz nahm die toten Wale in Augenschein, gemeinsam mit Inselbürgermeister Dirk Lindner. „Das war ein sehr beeindruckendes Bild“, sagte sie. „Das rumorte richtig im Inneren der Wale, und Flüssigkeiten liefen aus.“ Kottwitz war besorgt, dass Diebe versuchen könnten, die Elfenbeinzähne der Tiere zu stehlen. Deswegen wurden schon am Sonntag die Unterkiefer der Tiere abgetrennt, um Trophäenjägern keine Chance zu bieten.

Außerdem wurden den Walen Proben entnommen, die helfen sollen, die Todesursache der Tiere zu ermitteln. Inselbürgermeister Lindner geht davon aus, dass die Meeressäuger bereits tot angetrieben wurden. „Sie haben sich wohl verschwommen.“

Manfred Knake vom Wattenrat Ostfriesland beschäftigt sich seit 20 Jahren mit Walen, fast alle Arten hat er schon in der Natur erlebt, berichtet er. „In der nur bis 100 Meter tiefen Nordsee funktioniert das Echolot der Tiere nicht mehr richtig“, erläutert er. „Sie kriegen kein ordentliches Ping mehr und verirren sich hilflos.“ Pottwale seien Tiefseetaucher und lebten normalerweise in Ozeanen mit mehreren tausend Metern Tiefe. Vor allem in den Wintermonaten gelangen aber immer wieder Pottwale über die 700 Meter tiefe Norwegische Rinne in die sehr viel flachere Nordsee.

Knake glaubt nicht, dass Unterwasserlärm etwa durch Windkraftanlagen zum Tod der Tiere beigetragen hat. „Das Phänomen der Pottwal-Strandungen ist seit Jahrhunderten bekannt.“ Es seien immer nur wenige Tiere, die sich verirrten, stets Männchen. Manchmal könnten auch ganze Walverbünde bei den Färöer- oder Shetlandinseln zu früh abbiegen und in Richtung Nordsee schwimmen.

Auf Wangerooge war zuletzt in den 1950er Jahren ein Orka-Wal gestrandet. 1994 wurde auf Baltrum ein Pottwal angeschwemmt, sein Skelett ist heute in Wilhelmshaven ausgestellt. 1996 war ein 16 Meter langer toter Pottwal an der Insel Norderney gestrandet, der 30 Tonnen schwere Koloss wurde später in einer Grube im Dünengürtel der Insel versenkt. Zuletzt war 2012 auf Juist ein neun Meter lange toter Zwerg- oder Minkwal am Strand entdeckt worden.

Zuständig für den Abtransport ist das Land Niedersachsen, da die zwölf und 13 Meter langen Tiere auf dem Gebiet des Nationalparks Wattenmeer angeschwemmt wurden.

Ein ausdauernder Schwimmer

Pottwale können eine Körperlänge von 20 Metern und ein Gewicht von bis zu 50 Tonnen erreichen. Seinen deutschen Namen hat der Zahnwal von seinem Kopf, der wie ein „Pott“
legen oft lange Strecken zurück. Sie stoßen auf ihren Wanderungen bis in die Polarmeere vor. Die Weibchen schwimmen mit ihren Jungtieren eher in tropischen und subtropischen Gewässern.

LN

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